Stand: 20.10.2018 12:51 Uhr

Nord/LB offenbar Schlusslicht im Bankenstresstest

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) soll beim aktuellen Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht von allen acht deutschen Großbanken am schlechtesten abgeschnitten haben. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Sonnabend). Offiziell sollen die Ergebnisse Anfang November bekannt gegeben werden. Die Nord/LB, Zentralbank der Sparkassen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, sucht derzeit nach einem neuen Investor.

FAZ: Helaba unter Interessenten

Dem Bericht zufolge sollen sechs Bieter derzeit prüfen, ob sie die Risiken eines Einstiegs eingehen wollen. Einziger Interessent aus dem öffentlich-rechtlichen Lager soll laut FAZ die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sein, die bereits im Jahr 2012 einen Teil der damals angeschlagenen West/LB übernommen hatte. Welche Auswirkungen der Einstieg eines Investors für die Arbeitsplätze bei der Nord/LB haben könnte, ist noch unklar. Haupteigentümer von Norddeutschlands größter Landesbank sind derzeit die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Das Land Niedersachsen will die finanzielle Schieflage der Landesbank Nord/LB bis zum Jahresende lösen.

Negatives Ergebnis für 2018 erwartet

Die Nord/LB leidet vor allem unter zahlreichen Schiffskrediten, bei denen die Schuldner Probleme mit der Rückzahlung haben. Die Bank muss ihre schwache Kapitaldecke stärken, um steigenden EU-Anforderungen gerecht zu werden. Sie arbeitet nach eigenen Angaben gemeinsam mit den Eigentümern an einem umfassenden Konzept zur Stärkung der Kapitalquoten und zur höheren Profitabilität. Erst Ende September hatte die Bank vor möglichen Verlusten gewarnt. Für das Gesamtjahr 2018 werde das Ergebnis vor allem wegen der Rückstellungen für weiteren Personalabbau voraussichtlich negativ ausfallen.

Weitere Informationen

Nord/LB: Offenbar mehr als zehn interessierte Bieter

Mehr als zehn Bieter sind nach Angaben von Niedersachsens Finanzminister Hilbers (CDU) am Einstieg bei der Nord/LB interessiert. Die Bank hat Probleme wegen zahlreicher Schiffskredite. (10.10.2018) mehr

Der Nord/LB drohen rote Zahlen

Die Nord/LB hat im Jahr 2018 mit Verlusten zu rechnen. Grund dafür seien vor allem die Kosten beim Personalabbau. Die Landesbank will bis 2020 insgesamt 1.250 Stellen abbauen. (26.09.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.10.2018 | 12:00 Uhr

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