Stand: 09.04.2019 21:03 Uhr

Niedersachsen will sozialen Wohnungsbau fördern

Die niedersächsische Landesregierung will 400 Millionen Euro zusätzlich investieren, damit mehr Sozialwohnungen entstehen. Der zuständige Umweltminister Olaf Lies (SPD) betonte am Dienstag erneut, dass das Land bis 2030 rund 40.000 neue Sozialwohnungen bauen will. Pro Jahr steige die Zahl der geförderten Wohnungen damit zeitnah auf 4.000. Der SPD-Politiker warnte jedoch davor, die Fehler der 1970er-Jahre zu wiederholen und reine Wohnghettos zu schaffen. Das neue Wohnraumförderkonzept soll bis Anfang Juli fertiggestellt sein. Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) sagte, man wolle Baugesellschaften und private Investoren dazu bringen, mehr zu investieren. Bislang zögerten viele potenzielle Investoren, weil die zu erwartenden Mieteinnahmen begrenzt seien.

Immobilienwirtschaft spricht von "Startschuss"

Wohnungswirtschaft und Mieterbund begrüßten das Programm. "Es ist ein Startschuss für die erste Etappe in einem langen Streckenlauf", sagte der Direktor des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Niedersachsen und Bremen (vdw), Heiner Pott, am Montag. Als "großen und richtigen Schritt der Landesregierung" bezeichnete der Geschäftsführer des Deutschen Mieterbunds Niedersachsen-Bremen, Randolph Fries, die 400-Millionen-Euro-Finanzierung. Dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und den Grünen reichen die Anstrengungen hingegen nicht: Sie fordern, das Land müsse selber bauen und günstig vermieten. Der Städte- und Gemeindebund schlägt vor, mehr auf dem Land zu bauen, um die Städte zu entlasten.

Zahl der Sozialwohnungen sinkt, obwohl Bedarf steigt

Bauminister Lies wies darauf hin, dass von den knapp 75.000 Sozialwohnungen in Niedersachsen Ende 2018 viele demnächst aus der Mietbindung herausfielen. Von den vor 30 Jahren noch 120.000 Sozialwohnungen blieben bis 2022 nur noch 40.000 übrig. Die 400 Millionen Euro vom Land könnten wenigstens ein bisschen Abhilfe schaffen - darin sind sich Mieterbund, Wohnungswirtschaft und Lies einig. Bedarf bestehe nicht nur in Großstädten wie Hannover, Braunschweig und Oldenburg. Auch in kleineren und mittleren Orten fehlten bezahlbare Wohnungen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder | 09.04.2019 | 16:00 Uhr

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