Stand: 24.12.2019 11:30 Uhr

Niedersachsen droht heftiger Aderlass bei Lehrern

Eine Lehrerin unterrichtet eine Schulklasse. © picturedesk Foto: Rainer Unkel
Immer mehr niedersächsische Lehrerinnen und Lehrer wollen sich aus Geldgründen in andere Bundesländer versetzen lassen. (Symbolbild)

Niedersachsen bekommt ein Lehrer-Problem. Immer mehr Pädagogen wollen sich in ein anderes Bundesland versetzen lassen. Laut der Gewerkschaft GEW haben schon 2018 mehr als 1.000 Lehrer einen Antrag gestellt - Tendenz steigend. 2014 seien es noch etwas mehr als 600 Anträge gewesen. Niedersachsen drohe ein Wettbewerbsnachteil, sagte GEW-Landeschefin Laura Pooth.

Ist das Besoldungssystem ungerecht?

Hauptgrund für die Abwanderungsgedanken: die Bezahlung. Es sei neu, dass versetzungswillige Lehrerinnen und Lehrer bei ihren Anträgen angeben, dass sie woanders mehr verdienen, so Pooth. Früher sei als Begründung in der Regel Familienzusammenführung angegeben worden. "Es geht um Gerechtigkeit. Die Bezahlung von Grund-, Haupt- und Realschullehrern muss auf das Niveau der Gymnasiallehrer steigen", fordert die GEW-Chefin. "Derzeit liegen 300 bis 500 Euro im Monat dazwischen."

Pooth: "Wenn wir nicht nachziehen, werden wir zur Insel"

Anderer Bundesländer wie Bremen und Hamburg haben die Problematik erkannt. Dort soll die Bezahlung einheitlich auf Besoldungsgruppe A13 angehoben werden. Gleiches fordert die 41-Jährige für Niedersachsen. "Die Bezahlung muss angehoben werden, weil der Lehrermangel an diesen Schulen besonders groß und das Studium gleichwertig ist. Die Schulformen, die nicht Gymnasium heißen, haben auch die größten Herausforderungen bei Zuwanderung und Inklusion." Pooth warnte: "Wenn wir in Niedersachsen nicht nachziehen, werden wir zur Insel."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.12.2019 | 09:00 Uhr

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