Niedersachsen bietet heute Impfaktion für Jugendliche

Stand: 18.07.2021 08:56 Uhr

Die Landesregierung will angesichts der ansteckenderen Delta-Variante bis zum Herbst möglichst vielen Menschen Impfangebote machen. Heute stehen in Niedersachsen Jugendliche im Fokus.

Eltern können ihre Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. "Alle Eltern können telefonisch über die Hotline einen Termin für Sonntag machen", sagte die stellvertretende Krisenstabsleiterin Claudia Schröder am Dienstag in der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz. Die Bindung an bestimmte Impfzentren werde in diesem Fall aufgehoben, da angesichts anderer Aktionen nur rund die Hälfte der 50 Einrichtungen teilnehmen könne. Auch Kurzentschlossene können sich Schröder auch noch heute morgen bei der Hotline unter der Nummer (0800) 99 88 665 melden. Insgesamt stünden für die Aktion rund 27.000 Impfdosen von Biontech zur Verfügung.

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Land erwägt bei Interesse weitere Aktionen

"Uns haben viele Anfragen von Eltern erreicht, woraus wir herleiten können, dass es ein großes Interesse gibt", sagte Schröder. Je nach Nachfrage werde die Impfaktion an weiteren Terminen fortgesetzt. Wie Regierungssprecherin Anke Pörksen sagte, handelt es sich nicht um eine zwingend einmalige Aktion. In Niedersachsen haben bislang 5,4 Prozent der unter 18-Jährigen eine erste Impfung erhalten, 1,4 Prozent haben bereits den vollständigen Impfschutz. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat für die Altersgruppe von zwölf bis einschließlich 17 Jahren eine eingeschränkte Empfehlung herausgegeben. Demnach sollten in Anbetracht einer Nutzen-Risiko-Abwägung nur Jugendliche mit Vorerkrankungen geimpft werden. Weil der Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren in Deutschland aber zugelassen ist, können Eltern nach einem Aufklärungsgespräch selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder gegen Corona impfen lassen möchten.

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Mehr aufsuchende Impfangebote geplant

Insgesamt sei die Impfbereitschaft in Niedersachsen weiterhin hoch. Dennoch wolle die Landesregierung verstärkt Aktionen anbieten und sogenannte aufsuchende Impfangebote wie Impfmobile ermöglichen. So sollen Schröder zufolge auch zögerliche Menschen erreicht werden. "Erklärtes Ziel muss es sein, bis zum Herbst in den Bereich einer Herdenimmunität zu kommen", sagte die Krisenstabschefin weiter. In bestimmten Berufsgruppen sei das bislang sehr gut gelungen.

Kultusminister Tonne sieht "keinen Verpflichtungsbedarf"

Eine Impfpflicht, wie sie in Italien und Frankreich Thema ist, sei nicht geplant. "Wir brauchen so eine Impfpflicht nicht", sagte Schröder am Dienstag. Die Priorisierung bestimmter Berufsgruppen in Deutschland sei richtig und wichtig gewesen. Mittlerweile seien beispielsweise 90 Prozent der Lehrkräfte in Niedersachsen einmal, 75 Prozent zweimal geimpft. "Das sind sehr starke Quoten, sodass ich überhaupt keinen Verpflichtungsbedarf sehe", sagte auch Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Durchgeimpfte Kollegien seien ein wichtiger Grundstein für ein neues Schuljahr in Sicherheit und mit möglichst viel Präsenzunterricht.

Impf-Interesse in Pflege- und Krankenhausbereich hoch

Für den Bereich der Kindertagesstätten gebe keine Notwendigkeit, über eine Corona-Impfpflicht für Erzieherinnen und Erzieher nachzudenken, sagte Carsten Schlepper, Vorsitzender der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen. In der Pflege sei die Bereitschaft zur Immunisierung auf 85 Prozent angestiegen, sagte Krisenstabs-Vize Schröder. Im Krankenhausbereich, in dem das Interesse bereits früh groß gewesen sei, habe es ebenfalls weiter angezogen.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 18.07.2021 | 19:30 Uhr

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