Stand: 26.01.2020 10:01 Uhr

Neues Coronavirus: Niedersachsen gewappnet

Krankenschwester in Schutzkleidung © dpa Foto: Boris Roessler
Viele Kliniken in Niedersachsen verfügen über spezielle Infektionsstationen.

Dutzende Tote - das ist die bisherige Bilanz der neuartigen Lungenkrankheit aus China, ausgelöst durch ein Coronavirus. Auch Niedersachsen wappnet sich nun für einen Ausbruch der Krankheit, die den vorläufigen Namen 2019-nCoV trägt. Es bestehe im Moment zwar "kein Grund zu größerer Beunruhigung der Bevölkerung", so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Hinter den Kulissen würden aber Vorbereitungen getroffen. Zahlreiche Kliniken in Niedersachsen verfügten über Infektionsstationen, um auf Verdachts- oder Krankheitsfälle reagieren zu können. Dabei könne man auf bereits bestehende Pläne zurückgreifen aus der Zeit der Atemwegsseuche SARS, die im Jahr 2003 ausbrach und vom SARS-Coronavirus (SARS-nCoV) verursacht wurde.

Keine Vorbereitungen auf Flughafen

Am Flughafen Hannover-Langenhagen werden unterdessen keine besonderen Vorkehrungen in Bezug auf die auf einen neuartigen Coronavirus zurückgehende Infektionswelle getroffen. Langstreckenverbindungen in den asiatischen Raum gibt es nicht. Quarantäne-Möglichkeiten müssten lediglich die Flughäfen in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin vorhalten, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums.

Vermeintlicher Fall in Niedersachsen kein Corona

Ein vermeintlicher Verdachtsfall im Landkreis Peine, wo ein Mann von einer Chinareise mit einem fiebrigen Atemwegsinfekt zurückkehrte, hat sich hingegen als Grippeinfekt entpuppt. Allerdings wurden aus Frankreich drei bestätigte Krankheitsfälle berichtet - die ersten in Europa. Alle drei Patienten waren zuvor in China gewesen.

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China: 43 Millionen Menschen abgeschottet

In China ist die Zahl bestätigter Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus auf mehr als 1.400 gestiegen. Alle bisherigen Todesfälle traten hier auf. Die meisten Infizierten hatten bereits Vorerkrankungen. Aus Angst vor einer Verbreitung der neuartigen Lungenkrankheit sind in China inzwischen mehr als 43 Millionen Menschen weitgehend von der Außenwelt abgeschottet worden. Das neuartige Virus ist zuerst Ende Dezember in der 11-Millionen-Einwohner-Stadt Wuhan aufgetreten. Die WHO geht davon aus, dass zumindest eine begrenzte Übertragung von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt möglich ist.

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Kein Coronavirus: Peiner Mann an Grippe erkrankt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.01.2020 | 09:00 Uhr

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