Stand: 08.06.2020 13:46 Uhr

Neue Wolfsverordnung soll im September kommen

Ein Wolf steht im Wald. © dpa/picture alliance Foto: Patrick Pleul
Seit Jahren steigt die Wolfspopulation in Niedersachsen. (Themenbild)

Die im Mai vorgestellte Wolfsverordnung des Landes Niedersachsen soll nun im September erlassen werden. Das hat das Umweltministerium auf Anfrage der FDP mitgeteilt. Die Ressortbeteiligung sei bereits eingeleitet worden. Umweltminister Olaf Lies (SPD) hatte im Mai gesagt, es gehe darum, den Wolf als Tierart zu schützen, allerdings nicht jedes einzelne Tier. Weil nicht alle Weidetiere hinter Zäunen weggesperrt werden könnten, um sie vor Wolfsangriffen zu schützen, bedeute Wolfsmanagement auch eine Regulierung des Bestandes.

Schnelle Entnahme möglich

Die Verordnung regelt den Umgang mit sogenannten Problemwölfen - also mit Tieren, die verhaltensauffällig sind, die auch höhere Zäune überwinden und Nutztiere reißen. Etwa in der Lüneburger Heide müssen Schäfer künftig keine Zäune mehr verwenden. Es reicht, wenn sie ihre Tiere bewachen. Wölfe, die Nutztiere reißen oder sich Menschen sehr dicht nähern, dürfen demnach sofort getötet werden.

BI will wolfsfreie Dörfer

Indes setzt sich eine Bürgerinitiative (BI) in der Region Weser-Ems-Mitte für wolfsfreie Dörfer ein. Der Wolf sei kein Kuscheltier, sagte Schafhalter Matthias Abeln aus Molbergen (Landkreis Cloppenburg) NDR 1 Niedersachsen. Der Wolf sei aber auch nicht das Untier aus den Märchen. Dennoch dürfe sich das Raubtier nur begrenzt in der Nähe von Menschen ausbreiten, so der Sprecher der neu gegründeten Initiative, die mittlerweile rund 30 Mitglieder hat. Nach eigenen Angaben will die BI für die Landkreise Cloppenburg, Oldenburg, Emsland, Ammerland und für die Regionen Delmenhorst und Bremen zuständig sein.

"Menschen eine Stimme geben"

Die Idee dazu sei nach vielen Gesprächen mit Bürgern und Tierhaltern entstanden. Eltern hätten Sorge um ihre Kinder, andere fürchteten um ihre Lebensqualität auf dem Land, sagte Abeln. Man wolle den Menschen eine Stimme geben. Die Bürger aufklären, der Politik das Geschehen auf dem Land widerspiegeln - das gehört laut Abeln zu den Kernaufgaben der Bürgerinitative.

Dörfer miteinander vernetzen

Für Abeln ist es besonders wichtig, das Thema Wolf sachlich zu behandeln. Ziel sei es, die Dörfer miteinander zu vernetzen und Informationen auszutauschen. Aber auch zu helfen, wenn Schafhalter Anträge für Zäune und andere Präventionsmaßnahmen stellen möchten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 08.06.2020 | 17:00 Uhr

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