Neue Corona-Verordnung regelt Besuch von Weihnachtsmärkten

Stand: 08.10.2021 13:50 Uhr

Wer auf einem Weihnachts- oder Herbstmarkt essen oder trinken will, der muss geimpft, genesen oder getestet sein. Das hat die Landesregierung beschlossen.

Entsprechende Änderungen sind am Freitag in einer aktualisierten Corona-Verordnung in Kraft getreten. Auch für die Nutzung von Fahrgeschäften soll 3G gelten. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sind den Angaben zufolge davon ausgenommen. Wer nur über die Märkte bummeln wolle, braucht analog zu den Regelungen in Innenstädten keinen Nachweis, heißt es in der Verordnung. Eine Maskenpflicht gilt nicht - außer in geschlossenen Buden, Verkaufs- und Sanitärräumen.

Betreiber sollen 3G kontrollieren

Grundlage ist ein Hygienekonzept, um das sich die Betreiber des jeweiligen Marktes kümmern müssen. Darin soll laut Staatskanzlei geregelt werden, wie die für Verzehr und Fahrgeschäfte geltende 3G-Vorgabe umgesetzt wird. Das Land gibt dazu mehrere Möglichkeiten vor: Das Gelände kann laut Verordnung mit zentralen Ein- und Ausgängen versehen sein. Ebenfalls können Bändchen oder Stempel als Nachweis ausreichen, die sich Besucher an einem Stand abholen. Als dritte - und wohl aufwendigste - Option kann direkt an den Ständen vom Persenal kontrolliert werden.

Behrens: Klare Leitplanken und flexible Regelungen

Mit der 3G-Regel gebe das Land "klare Leitplanken" vor, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD). Gleichzeitig werde den Kommunen ermöglicht, "flexible und situationsangepasste Regelungen zu treffen", so die Ministerin. Das betrifft etwa auch den Abstand der Buden untereinander. Grundsätzlich gilt ein Mindestabstand von zwei Metern. Allerdings kann das jede Kommune für sich auch anders entscheiden: "Je nach den örtlichen Verhältnissen kann die zuständige Behörde geringere oder größere Mindestabstände vorsehen", hieß es.

Freude in der Schausteller-Branche

Bei der in der Pandemie gebeutelten Schausteller-Branche sorgt die Regelung für Freude. Die Zeit der Bedenkenträger sei nun vorbei, jetzt komme die Zeit der Macher, sagt Oldenburgs Schaustellerpräsident Michael Hempen dem NDR in Niedersachsen. Auch in vielen Kommunen stößt die Regelung grundsätzlich auf Zustimmung. Freude herrscht etwa in Lüneburg über den Aspekt, dass die Buden nur maximal zwei Meter auseinander stehen müssen. In einem ersten Entwurf der Regelung war noch von 15 Metern Abstand die Rede.

Entscheidungen in den nächsten Wochen

Viele Städte, darunter Osnabrück, haben sich bereits festgelegt und angekündigt, dass Weihnachtsmärkte stattfinden sollen. Nur: Wie genau die Hygienekonzepte umgesetzt werden, ist offen. So etwa in Buxtehude: Wahrscheinlich im Laufe der nächsten Woche werde man über das Konzept entscheiden, sagt Marketingexperte und Organisator Torsten Lange. Ähnlich sieht es in Uelzen aus: Dort soll auf jeden Fall ein Weihnachtszauber mit Adventskalender möglich gemacht werden - in welcher Form ist unklar. Andere Städte brauchen wohl noch mehr Zeit - von einem Zeitraum von bis zu zwei Wochen ist die Rede.

FDP: Jede Stadt hat andere Voraussetzungen

Eine große Rolle bei der Wahl der Städte werden wohl die örtlichen Gegebenheiten spielen. Während etwa in Emden und Osnabrück neben der Bändchen-Lösung auch Einzäunungen in Frage kommen, ist das auf dem Lambertimarkt in Oldenburg nur schwer vorstellbar. Mit einer großzügigen Umzäunung würden dort Menschen, die nicht geimpft sind, der Zugang zu Geschäften verwehrt. In diese Richtung geht auch die Kritik seitens der FDP in Niedersachsen: Dass landesweit 3G vorgeschrieben wird, halte sie für nicht notwendig, sagte Susanne Schütz, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion. Jede Stadt habe völlig andere Voraussetzungen und setze ein individuelles Konzept um, so Schütz.

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Mit der neuen Verordnung gelten auch noch weitere Lockerungen: Wenn bei einer Veranstaltung die 2G-Regelung gilt, fällt die Besucher-Obergrenze ab sofort weg. Bislang lag die Grenze bei 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Wenn also etwa ein Fußballverein nur Geimpfte und Genese ins Stadion lässt, dürfen wieder mehr als 25.000 Fans kommen. In Niedersachsen haben der VfL Wolfsburg und Hannover 96 entsprechende Stadion-Größen. Der Zweitligist hat bereits angekündigt, im nächsten Heimspiel gegen Schalke 04 bis zu 49.000 Zuschauer ins Stadion zu lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.10.2021 | 15:00 Uhr

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