Stand: 09.06.2020 17:04 Uhr

Nach Tod in Haft: Vorwürfe gegen JVA Sehnde

Eine Luftaufnahme zeigt einen Kaliberg und die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Sehnde. © picture alliance / dpa Foto: Julian Stratenschulte
Nach dem Tod eines Gefangenen werfen Angehörige Mitarbeitern der JVA Sehnde vor, den Mann nicht in eine Klinik verlegt zu haben. (Themenbild)

Schwere Vorwürfe gegen die Justizvollszugsanstalt Sehnde. Am Montagnachmittag ist ein 43 Jahre alter Mann in dem Gefängnis in der Region Hannover gestorben, bei dem es einen Corona-Verdacht gegeben haben soll. Gegenüber NDR 1 Niedersachsen warfen Angehörige des Mannes der Anstaltsleitung vor, den erkrankten Gefangenen sich selbst überlassen zu haben. Die Frau sagte, der 43-Jährige hätte in ein Krankenhaus verlegt werden müssen. Stattdessen sei er in einem leer stehenden Haus untergebracht worden - und zu spät von einem Arzt untersucht worden.

Leichnam wird obduziert

Das niedersächsische Justizministerium wehrt sich gegen die Vorwürfe. Sanitäter und Ärzte hätten regelmäßig nach dem Mann gesehen. Zudem sei es dem Verstorbenen zwischenzeitlich besser gegangen. Eine Corona-Infektion werde außerdem ausgeschlossen. Es deute laut Ministerium nichts darauf hin, dass der Mann vernachlässigt worden sei. Der Leichnam soll nun obduziert werden. Die Frau will per Anwalt gegen die Anstalt vorgehen.

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Eine Luftaufnahme zeigt einen Kaliberg und die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Sehnde. © picture alliance / dpa Foto: Julian Stratenschulte

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 09.06.2020 | 16:30 Uhr

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