Stand: 12.12.2018 12:25 Uhr

NDR.de User wollen keine Böller in Innenstädten

Das Zünden von Böllern und Raketen an Silvester soll in Hannover in bestimmten Bereichen der Innenstadt verboten werden. Die NDR User sind mehrheitlich dafür (Archivfoto).

Böller fliegen in Menschenmengen, Raketen werden auf Personen abgefeuert: Weil es rund um den Jahreswechsel immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt, will die Stadt Hannover nun in bestimmten Teilen der Innenstadt Feuerwerk verbieten. Wo das Verbot genau gelten soll, ist noch unklar. Offen ist auch, wie es kontrolliert werden soll. Die User von NDR.de haben trotzdem eine klare Haltung zu dem Thema: Laut unserer nicht repräsentativen Umfrage spricht sich eine klare Mehrheit - nämlich rund 80 Prozent - für ein Verbot von Silvesterfeuerwerk in Innenstädten aus. Knapp 20 Prozent sind der Meinung: Nein, das Feuerwerk gehört zum Jahreswechsel dazu. Mehrere Städte in Niedersachsen haben bereits Konsequenzen gezogen und das Böllern an Silvester verboten.

UMFRAGE
Mögliche Antworten

Sollte Silvesterfeuerwerk aus Sicherheitsgründen in Innenstädten verboten werden?

Stadt geht es um Sicherheit der Menschen

In Hannover ist jedoch die Begründung für die Verordnung bemerkenswert: Während in anderen Städten oft die Behörden aufgrund der Brandgefahr Feuerwerkskörper in bestimmten Bereichen verboten haben, geht es der Stadt Hannover insbesondere um die Sicherheit der Menschen. Feiernde und Einsatzkräfte sollen künftig geschützt werden, hieß es. Ein Sprecher der Stadt verwies dazu auf Ereignisse in der Silvesternacht 2017/18: Dort sei es direkt in der Innenstadt zu, "gefährlichen Situationen mit Feuerwerkskörpern" gekommen, wie der Sprecher NDR 1 Niedersachsen sagte.

Mehrere Feuerwerkskörper

Feuerwerksverbot: Was spricht dafür, was dagegen?

Hallo Niedersachsen -

Verletzte Menschen, Schmutz, Lärm und Brandgefahr - wie viele andere Städte will auch Hannover das Böllern in der Innenstadt verbieten. Sollte man mit der Tradition brechen?

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Polizei-Gewerkschaften für Verbot

Die Deutsche Polizeigewerkschaft Niedersachsen (DPolG) unterstützt den Plan. Sie beklagt, dass Böller in Menschenmengen geworfen und Raketen auf andere abgefeuert werden und dabei auch gezielt Einsatzkräfte beschossen werde würden - wie etwa zum vergangenen Jahreswechsel. DPolG-Landeschef Alexander Zimbehl verwies gegenüber NDR 1 Niedersachsen auf die Ausmaße bei vergangenen Jahreswechseln. Angesichts dieser Erfahrungen seien Verbote und Verfügungen zum Schutz von Einsatzkräften und Besuchern angemessen, so Zimbehl. Die Gewerkschaft der Polizei (GDP) in Niedersachsen sieht insbesondere die Umsetzung als entscheidende Frage: Ein Sprecherin verwies gegenüber NDR 1 Niedersachsen darauf, dass die Polizei dies an Silvester nicht leisten könne. Stattdessen müsse der Städtische Ordnungsdienst die Einhaltung eines solchen Verbots übernehmen, so die Sprecherin.

Tabuzonen gibt es seit Jahren

Generell darf in Niedersachsen seit 2009 direkt neben Altenheimen, Kinderheimen, Kirchen, Krankenhäusern sowie Reet- und Fachwerkhäusern kein Feuerwerk gezündet werden. Einige Kommunen baten zuletzt auch darum, rund um Flüchtlingsunterkünfte auf Böller zu verzichten.

In folgenden Orten in Niedersachsen gelten an Silvester Böllerverbote:

  • Bad Gandersheim: historische Innenstadt

  • Celle: Innenstadtbereich

  • Dötlingen: Ortskern

  • Duderstadt: innerhalb des Walles

  • Einbeck: Innenstadtbereich

  • Goslar: historische Altstadt

  • Göttingen: Innenstadtbereich

  • Hann. Münden: Innenstadtbereich

  • Hessisch Oldendorf: Kernstadt und Stadtteil Fischbeck

  • Hildesheim: Marktplatz, Kesslerstraße, Brühl und Lappenberg

  • Lüneburg: Altstadt, Naturschutzgebiet Kalkberg

  • Northeim: Innenstadtbereich

  • Osterode: Bereich zwischen Bahnlinie, Söse und B 241

  • Wolfenbüttel: Innenstadtbereich

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.12.2018 | 12:00 Uhr

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