Stand: 27.01.2019 15:00 Uhr

Moschee-Gemeinden gründen neuen Landesverband

Elf Moschee-Gemeinden aus Niedersachsen haben am Sonnabend in Hannover einen neuen islamischen Landesverband gegründet. Nach Angaben eines Sprechers gehören dem neuen Verband "Muslime in Niedersachsen" Gemeinden aus Osnabrück, Hannover, Braunschweig, Nienburg, Vechta und weiteren Städten an. Vorsitzender ist Avni Altiner aus Hannover, der frühere Vorsitzende des islamischen Landesverbandes Schura.

Muslimische Männer stehen in einer Reihe und beten.

Unabhängiger Islamverband gegründet

Hallo Niedersachsen -

"Muslime in Niedersachsen" heißt ein neuer Verband, dem 13 Moscheegemeinden angehören. Ziel sei es, anders als Ditib, losgelöst von Politik und Finanzierungen aus dem Ausland zu agieren.

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Herkunft soll keine Rolle spielen

Der neue Verband vertritt bislang Gemeinden mit arabischen, kurdischen, bosnischen und afrikanischen Wurzeln sowie eine unabhängige türkischstämmige Gemeinschaft. Ziel sei es, in nächster Zeit die Stimme bei den Diskussionen um das Verhältnis zwischen Staat und Religion erheben, kündigte Sprecher Firouz Vladi an. Dazu gehörten etwa Fragen des islamischen Religionsunterrichtes an Schulen, der Ausbildung islamischer Theologen oder der Mitarbeit von Muslimen in Rundfunkbeiräten. Vladi betonte, dass der Verband allen Muslimen und Moschee-Gemeinden unabhängig von der Herkunft offenstehe. "Wir sind deutsche Bürger, wir sind Niedersachsen, wir sind Muslime", sagte er. "Wir wollen losgelöst von Politik und Auslandsfinanzierungen arbeiten."

Ditib-Streit als Auslöser für Gründung

In Niedersachsen gibt es nun drei muslimische Verbände: Neben dem neuen Verband sind das die Schura und der türkisch-muslimische Verband Ditib. Hintergrund des neuen Zusammenschlusses sind in erster Linie Vorwürfe gegen den Verband Ditib wegen seiner Nähe zur Türkei. Im November war der komplette Ditib-Landesvorstand für Niedersachsen und Bremen samt des Vorsitzenden Yilmaz Kilic aus Protest gegen zunehmende Einflussnahme zurückgetreten. Die Landesregierung hatte erst am Freitag angekündigt, die Zusammenarbeit mit Ditib trotzdem fortzusetzen. Dafür hätten sich bei einer Überprüfung bis auf das Justizressort alle Ministerien ausgesprochen, hieß es aus der Staatskanzlei.

Weitere Informationen
NDR Kultur

Niedersächsische Muslime wollen unabhängigen Islamverband gründen

NDR Kultur

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 27.01.2019 | 10:00 Uhr

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