Die Statue Justitia ist im Amtsgericht Hannover zu sehen. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen/dpa

Mordfall Frederike: Gesetzreform Chance auf neues Verfahren?

Stand: 18.09.2021 13:49 Uhr

Zukünftig darf in Mordfällen auch gegen Beschuldigte ermittelt werden, die bereits freigesprochen wurden. Dazu muss es handfeste neue Beweise geben. Das hat der Bundesrat entschieden.

Der Bundestag hatte die Gesetzesänderung am 24. Juni verabschiedet. Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) begrüßt die Entwicklung. Das neue Gesetz sei ein Gebot der Gerechtigkeit, sagte Havliza - auch mit Blick auf den Mordfall Frederike von Möhlmann aus dem Jahr 1981.

Wiederaufnahme im Fall Frederike bislang nicht möglich

Die damals 17-jährige Frederike war in einem Waldstück bei Hambühren (Landkreis Celle) vergewaltigt und ermordet worden. Ein Verdächtiger wurde erst zu lebenslanger Haft verurteilt, später sprach der Bundesgerichtshof den Mann frei. 30 Jahre später bewiesen DNA-Spuren, dass der Mann tatsächlich der Täter war. Aufgrund der Gesetzeslage konnte ihm aber bislang nicht erneut der Prozess gemacht werden. Bisher war die Wiederaufnahme nur bei einem Geständnis des bereits Freigesprochenen möglich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.09.2021 | 12:00 Uhr

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