Stand: 11.08.2018 13:10 Uhr

Mitfahrt auf ICE-Dach: Jugendlichem droht Verfahren

Ein 17 Jahre alter Jugendlicher hat am Donnerstag auf dem Dach eines fahrenden ICE einen Stromschlag erlitten und wurde dabei schwer verletzt. Er war in Hamburg auf den Zug mit Fahrtrichtung Kassel gestiegen und bei einer Geschwindigkeit von gut 200 Kilometern in der Stunde mitgefahren, wie die Bundespolizei mitteilte. Bei Verden könnte es zu einem Spannungsüberschlag von der 15.000-Volt-Oberleitung gekommen sein - zumindest sei den Beamten anschließend eine Auffälligkeit in der elektronischen Aufzeichnung aufgefallen, sagte Sprecher Detlef Lenger NDR.de. Was den jungen Mann dazu bewogen hatte, etwa 150 Kilometer auf dem Dach des Schnellzugs mitzufahren, sei noch nicht geklärt.

Detlef Lenger von der Bundespolizei im Interview. © NDR

"Trainsurfer" droht Strafverfahren

Ein 17-Jähriger ist auf dem Dach eines ICE mitgefahren und hat einen Stromschlag erlitten. Auf ihn könnte nun ein Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr zukommen.

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Jugendlicher klettert vom ICE

In Nienburg an der Weser, wo der ICE einen außerplanmäßigen Stopp einlegte, hatte der 17-Jährige noch aus eigener Kraft mit seinem Rucksack vom Zug klettern können, meldete sich bei einer Baufirma und bat um Hilfe. Offenbar war er allein unterwegs. Die Mitarbeiter, denen die Verbrennungen und Schürfwunden aufgefallen seien, alarmierten den Notarzt, wie die Bundespolizei mitteilte. Mit einem Hubschrauber wurde der Jugendliche in die Medizinische Hochschule Hannover geflogen.

Strafverfahren gegen "Trainsurfer" wahrscheinlich

Der 17-Jährige liegt noch im Krankenhaus, sein Zustand sei stabil, so Lenger. Für die Bundespolizei war die Dach-Mitfahrt ein Novum. Voraussichtlich werde ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr gegen den Jugendlichen eingeleitet. Außerdem können ihm Lenger zufolge auch Kosten in Rechnung gestellt werden, die durch die gefährliche Dach-Fahrt entstanden sind.

Polizei findet Handspuren auf ICE-Dach

Der 17-Jährige lag nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei in einer Vertiefung des ICE, in die unter anderem die Stromabnehmer versenkt werden können. Bei der Untersuchung des Zuges, der in Kassel aus dem Betrieb genommen sei, hätten die Beamten Handabdrücke gefunden, sagte Sprecher Lenger und wies noch einmal auf die große Gefahr bei einer solchen illegalen Mitfahrt hin. Je nach Witterung und Kleidung könne der Strom von der Leitung auf den Menschen übergehen, auch wenn diese eineinhalb Meter entfernt sei. "Sehr oft sind schwere Verbrennungen und innere Verletzungen die Folge, die auch Wochen später noch zum Tode führen können", sagte der Sprecher.

Weitere Informationen

Stromschlag auf Güterzug: Zwei Schwerverletzte

Am Bahnhof in Nienburg ist ein Mann lebensgefährlich und ein weiterer schwer verletzt worden. Sie waren zum Fotografieren auf einen Zug geklettert, als sie ein Stromschlag der Oberleitung traf. (12.08.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 10.08.2018 | 06:30 Uhr

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