Die Angeklagten im Saal des Landgerichts. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

Mit 100 Messerstichen getötet: Angeklagte wollen aussagen

Stand: 20.10.2020 11:42 Uhr

Ein Paar aus Hannover steht seit Dienstag vor dem Landgericht. Laut Anklage haben die beiden einen 28-Jährigen mit mehr als 100 Stichen getötet und dann auf einem Friedhof verscharrt.

Der Verteidiger des 24-jährigen Angeklagten kündigte zum Prozessauftakt an, dass sein Mandant beim nächsten Gerichtstermin aussagen wolle. Er werde schildern, was sich am 5. April in seiner Wohnung abgespielt habe, so der Anwalt. So viel vorweg: Er bestreite, dass er dort jemanden ermordet habe. Die Vertreter der Nebenklage halten das allerdings für unglaubwürdig. Die Tat sei minutiös geplant worden. Der Getötete sei in einen Hinterhalt gelockt und am Ende grausam getötet worden. Auch die angeklagte 25-Jährige kündigte an, im Laufe des Verfahrens aussagen zu wollen.

Mord aus Rache?

Für die Staatsanwaltschaft ist der Tathergang klar: Die 25-Jährige lernte das spätere Opfer in einem Internetchat kennen. Es kam zu einem Treffen. Wenig später zeigte sie den Bielefelder an und beschuldigte ihn, sie vergewaltigt zu haben. Das Verfahren wurde aber eingestellt. Kurz darauf habe die Frau ein erneutes Treffen mit dem Mann arrangiert und ihn in die Wohnung ihres Partners in Hannover-Kirchrode gelotst, so der Vorwurf. Dort wurde er niedergestochen. Später sollen die Beschuldigten die Leiche auf einem Friedhof verscharrt haben. Dort wurde der Leichnam von zwei Gärtnern gefunden.

Paar stand unter gesetzlicher Betreuung

Das Paar lebte zum Tatzeitpunkt in Wohnungen einer Behinderteneinrichtung und stand unter gesetzlicher Betreuung. Ein psychiatrischer Sachverständiger soll eine mögliche Schuldunfähigkeit prüfen.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 20.10.2020 | 06:30 Uhr

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