Absperrband umgibt das Grundstück in einer Kleingartenkolonie am Stadtrand von Münster (Luftaufnahme mit einer Drohne) © dpa-Bildfunk Foto: Marcel Kusch

Missbrauchskomplex Münster: Haft für Hannoveraner gefordert

Stand: 05.02.2021 19:52 Uhr

In einem der Prozesse rund um den Missbrauchskomplex Münster hat die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer vier Jahre und acht Monate Haft für einen 50-jährigen Mann aus Hannover gefordert.

Die Anklage wirft dem Mann vor, im Herbst 2019 ein heute elf Jahre altes Kind in einer Wohnung in Hannover mehrfach schwer sexuell missbraucht zu haben. Die Verteidigung plädierte auf zwei Jahre und acht Monate Gefängnis. Die Nebenkläger nannten in ihrem Schlusswort keine Strafhöhe. Der Prozess findet zum Schutz des Opfers weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ein Urteil will das Landgericht Münster am Mittwoch verkünden.

Opfer ist Sohn des Hauptangeklagten

Bei dem Opfer handelt sich um den Sohn der Lebensgefährtin eines 27-jährigen IT-Technikers aus Münster, der laut den Ermittlern in dem Missbrauchskomplex als Dreh- und Angelpunkt gilt. Haupttatort soll eine Gartenlaube in Münster gewesen sein. Der Hannoveraner bestritt bislang die Vorwürfe.

Haftbefehl gegen Mutter des Opfers

Unterdessen hat die Polizei am Freitag die Mutter des Hauptopfers und Lebensgefährtin des 27-Jährigen festgenommen. Das Amtsgericht Münster sprach einen Haftbefehl gegen die 31-Jährige aus, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Abend mitteilten. Gegen die Frau war bereits seit Frühjahr 2020 ermittelt worden.

Weiterer Hannoveraner angeklagt

Bundesweit gibt es mehr als 20 Beschuldigte. Der Prozess gegen den Hauptangeklagten läuft seit dem 12. November. Mitangeklagt ist ein weiterer 35 Jahre alter Mann aus Hannover.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.12.2020 | 08:00 Uhr

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