Stand: 25.05.2019 14:24 Uhr

Missbrauchsfall Lügde: Briefe outen Opfer

Im Missbrauchsfall von Lügde hat es Beschwerden über die Opferschutzbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Elisabeth Auchter-Mainz, gegeben. Das berichtet das "Westfalen-Blatt". Demnach fühlen sich Familien von Opfern durch Post geoutet. Auf den Briefen sei der Absender "Opferschutzbeauftragte des Landes NRW" zu lesen gewesen. Zwei Familien hätten sich daraufhin bei ihr beschwert, sagte Auchter-Mainz der Zeitung. "Eine sagte, jetzt sei die Information in dem Mehrfamilienhaus rum."

Ende Juni startet der Prozess

Auf dem Campingplatz in Lügde an der Grenze zu Niedersachsen sind laut Anklage 22 Kinder zwischen vier und 13 Jahren über mehrere Jahre sexuell missbraucht worden. Drei der Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft, gegen fünf weitere wird ermittelt. Ende Juni soll der Prozess vor dem Landgericht Detmold beginnen. Eines der Opfer stammt aus dem niedersächsischen Landkreis Hameln-Pyrmont. Unter anderem das Jugendamt des Kreises sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt.

Beauftragte will andere Briefumschläge nutzen

Die Opferschutzbeauftragte sagte der Zeitung weiter, dass ihr Büro in den vergangenen Wochen 45 Familien mutmaßlich missbrauchter Kinder angeschrieben habe. Sie habe nicht mit Problemen gerechnet. Auch weil Postzusteller zur Verschwiegenheit verpflichtet seien. Nach der Silvesternacht von Köln und nach der Amokfahrt von Münster habe es keine Beschwerden von Opfern gegeben, sagte Auchter-Mainz. Nun solle das Prozedere geändert werden. "Bei Opfern in kleinen Orten werden wir in Zukunft neutrale Briefumschläge verwenden."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.05.2019 | 10:00 Uhr

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