Stand: 06.02.2019 09:19 Uhr

Missbrauch in Lügde: Polizei prüft weitere Hinweise

Vor einer Woche ging die Polizei mit ihren Ermittlungsergebnissen an die Öffentlichkeit: Seither haben sich 50 Anrufer mit Hinweisen zu den Missbrauchsfällen auf einem Campingplatz in Lügde gemeldet.

Das ganze Ausmaß der Vergewaltigungen von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde an der Grenze zu Niedersachsen ist noch nicht bekannt. Doch seit die Ermittler aus Detmold am Dienstag den Stand ihrer Ermittlungen bekannt gemacht haben, sind bei der Polizei etwa 50 Hinweise eingegangen. Rund ein Drittel sei sehr konkret, deshalb würden die Beobachtungen der Anrufer nun mit Priorität überprüft. Mit Blick auf den Persönlichkeitsschutz wollte eine Polizeisprecherin keine Details zu den Inhalten nennen.

Anwalt des Verdächtigen aus Stade will Haftprüfung

Unterdessen hat der Anwalt eines 48 Jahre alten Verdächtigen aus Stade einen Haftprüfungstermin für seinen Mandanten beantragt. Zeitungsberichten zufolge ist dieser für kommende Woche in Detmold angesetzt. Dem 48-Jährigen wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, die Taten der beiden anderen Verdächtigen über das Internet verfolgt und durch Anweisungen gesteuert zu haben. Der Anwalt betont den Berichten zufolge, dass sein Mandant die Männer nicht angestiftet habe. Auch, dass er Regie geführt habe, dementierte der Anwalt. Der 48-Jährige wurde Mitte Januar verhaftet, nachdem sich ein Opfer geäußert und an den Namen des Staders erinnert hatte.

Polizei geht von 1.000 Einzeltaten aus

Bislang hat die Polizei 29 Kinder identifiziert, die in einem Zeitraum von zehn Jahren auf dem Campingplatz missbraucht und gefilmt worden sind. Anhand der bei den drei Verdächtigen sichergestellten Aufnahmen geht sie von mindestens 1.000 Einzeltaten aus. Haupttäter soll ein 56-jähriger Bewohner der Anlage sein. Zusammen mit einem 33-Jährigen habe er die Kinder im Wechsel gefilmt und missbraucht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.02.2019 | 08:00 Uhr

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