Stand: 12.02.2019 19:30 Uhr

Missbrauch in Lügde: Mann aus Stade bleibt in Haft

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Alle drei Hauptverdächtigen der Missbrauchsfälle auf dem Campingplatz in Lügde befinden sich in Haft. (Archivbild)

Einer der Hautverdächtigen im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs im nordrhein-westfälischen Lügde bleibt weiter in Haft. Der 48-Jährige aus Stade soll die Taten auf dem Campingplatz an der Grenze zu Niedersachsen gesteuert haben. Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Detmold hat am Dienstag eine Freilassung des Mannes aus der Untersuchungshaft abgelehnt. Das hatte der Verteidiger des Staders in einem Haftprüfungstermin gefordert.

Anwalt: Keine Wiederholungsgefahr

Verteidiger Jan Popkes konnte sich, wie er mitteilte, mit seiner Argumentation nicht durchsetzen. In dem Haftbefehl sei es um konkret zwei Taten gegangen, und zwar aus den Jahren 2010 und 2011. Die lägen schon weit zurück, so Popkes. Von Wiederholungsgefahr, wie im Haftbefehl beschrieben, könne daher keine Rede sein. Der Ermittlungsrichter sei aber der Linie der Staatsanwaltschaft gefolgt. Die Behörde habe argumentiert, der ganze Umfang der Missbrauchsfälle sei noch längst nicht ausermittelt. Die Zahl der bislang bekannten Opfer ist inzwischen auf 31 gestiegen. Es handelt sich um 27 Mädchen und 4 Jungen im Alter zwischen 4 und 13 Jahren. Auch ein heute achtjähriges Mädchen aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont, das in der Obhut des 56-jährigen Hauptverdächtigen auf dem Campingplatz lebte, gehört zu den Opfern.

Stader soll den Missbrauch gesteuert haben

Dem Mann aus Stade wirft die Staatsanwaltschaft unter anderem Anstiftung zum schweren Missbrauch vor. Er soll von seinem Computer aus den Kindesmissbrauch in Lügde gelenkt haben. Ein minderjähriges Opfer hatte sich sogar an den Namen des Mannes erinnert. Deshalb konnte er Mitte Januar in Stade verhaftet werden.

Drei Hauptverdächtige, mindestens 31 Missbrauchsopfer

Neben dem Mann aus Stade gelten ein 56-Jähriger aus Lügde und ein 33-Jähriger aus Steinheim (Landkreis Höxter) als Hauptverdächtige. Sie alle sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen wird von der Staatsanwaltschaft schwerer sexueller Missbrauch von Kindern sowie Produktion von Kinderpornografie vorgeworfen.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 05.02.2019 | 18:00 Uhr

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