Stand: 10.10.2018 15:06 Uhr

Missbrauch: Bischof will Akten offenlegen

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Die Kirche habe "nichts zu verheimlichen", so Bischof Wilmer.

Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer angekündigt, dass die Institution Akten offenlegen will. "Wir haben nichts zu verheimlichen", sagte er dem Politikmagazin "Rundblick". "Ich bin dafür, dass Akten auch für Externe geöffnet werden. Anders können wir Glaubwürdigkeit und Vertrauen nicht zurückgewinnen", so Wilmer weiter. Wie die Öffnung genau ablaufen soll, werde aber noch beraten, so ein Bistumssprecher. Eine bundesweite Studie hatte für Niedersachsen und Bremen dokumentiert, dass zwischen 1946 und 2014 mehr als 220 Kinder und Jugendliche durch katholische Geistliche missbraucht wurden.

Havliza: "Erwarte eine konstruktive Zusammenarbeit"

Zuletzt hatte Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) gefordert, dass die Bistümer den Staatsanwaltschaften Einblick in die Unterlagen zu gewähren. "Ich erwarte nunmehr von den Bistümern eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Justiz", sagte Havliza der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ).

FDP will härteres Vorgehen vom Land

Der Chef der niedersächsischen FDP-Landtagsfraktion, Stefan Birkner, forderte zudem von der Landesregierung, im Missbrauchsskandal härter mit der katholischen Kirche umzugehen. Es gebe keinen Grund, sich zurückzuhalten, sagte Birkner der HAZ. Er forderte, dass Staatsanwaltschaften jeden Missbrauchsfall darauf prüfen, ob er verjährt ist. Wenn die Kirche Akten nicht herausgebe, müssten diese beschlagnahmt werden.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 10.10.2018 | 09:30 Uhr

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