Stand: 22.04.2020 17:55 Uhr

Ministerium: Keine Hinweise auf mehr häusliche Gewalt

Ein Mann bedroht eine auf dem Sofa zusammengekauert sitzende Frau mit seiner Faust. (Themenbild) © dpa picture-alliance Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa
Das Sozialministerium hat bislang keine Hinweise, dass die häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder zugenommen hat. (Themenbild)

In Niedersachsen gibt es laut Sozialministerium bislang keine Hinweise auf eine Zunahme von häuslicher Gewalt in der Corona-Krise. Das Ministerium beobachte die Entwicklung genau und stehe in engem Austausch mit den Kommunen, so Sprecherin Stefanie Geisler. Zum aktuellen Zeitpunkt habe man insgesamt jedoch nicht mehr Inobhutnahmen oder andere Kinderschutzeinsätze verzeichnet. Auch die Auslastung der Frauenhäuser habe sich nicht verändert. Sozialministerin Carola Reimann (SPD) betonte erneut, dass die Hilfsangebote für Frauen und Kinder auch in Zeiten des Coronavirus zur Verfügung stünden.

Holen sich Kinder und Frauen weniger Hilfe?

Nach Einschätzung vieler Experten ist allerdings unklar, ob man daraus wirklich schließen kann, dass die häusliche Gewalt derzeit nicht zunimmt. "Dass in den Beratungsstellen und Frauenhäuser derzeitig noch kein Anstieg zu verzeichnen ist, darf uns nicht täuschen", sagte die Bremer Landesbeauftragten für Frauen, Bettina Wilhelm. Es könne auch bedeuten, "dass Frauen und Kinder sich einfach weniger Hilfe holen". Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, dass es durch die Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Krise zu einem Anstieg häuslicher Gewalt komme. Das deutschlandweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" jedenfalls verzeichnete eine gesteigerte Nachfrage nach Beratungen zu häuslicher Gewalt. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums stieg im Vergleich zu Anfang April die Zahl der Anrufe in der vergangenen Woche um 17,5 Prozent.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.04.2020 | 15:00 Uhr

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