Ein Wolf steht auf einem Weg bei Sögel im Emsland. © picture alliance Foto: imageBROKER | W. Rolfes

Ministerin Klöckner will Abschüsse von Wölfen erleichtern

Stand: 21.06.2021 10:45 Uhr

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hat sich für einen härteren Umgang mit Wölfen ausgesprochen.

Der gute Erhaltungszustand, so Klöckner, sei beim Wolf in einigen Bundesländern erreicht - darunter Niedersachsen. "Deswegen setzen wir uns für ein regionales Bestandsmanagement ein", sagte die CDU-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". 2019 habe es laut Klöckner durch Wolfsrisse fast 3.000 tote oder verletze Nutztiere gegeben. "Wo soll das enden, wenn man es einfach ließe?", so Klöckner.

Union will für härteren Umgang werben

Die 2019 von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Verschärfung des Bundesnaturschutzgesetzes habe nicht ausgereicht. "Das habe ich von Anfang an gesagt, aber mit der SPD in der Regierung ging nicht mehr." Die Union will deshalb im anstehenden Bundestagswahlkampf für einen härteren Umgang mit dem Wolf werben. Die CDU wolle sich nicht mit den wachsenden Problemen auf dem Land abfinden, sagte Klöckner.

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Es gehe dabei keineswegs darum, den Wolf komplett auszurotten. Mittlerweile bekomme sie von SPD-Politikern aus Niedersachsen Briefe, die schärfere Maßnahmen forderten. "Da kann ich nur sagen: Ruft doch mal bei eurer Genossin Svenja Schulze im Umweltministerium an. Deren Blockadehaltung halte ich für weltfremd."

Niedersachsens Landesregierung für Aufnahme ins Jagdrecht

In Niedersachsen hatte die Große Koalition aus SPD und CDU Mitte Februar in einem sogenannten Entschließungsantrag im Landtag für die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht gestimmt. Vorbild für das Management soll Frankreich sein. Dort gibt es eine Untergrenze von landesweit 500 Wölfen. Allein in Niedersachsen sind derzeit etwa 350 Wölfe (Stand Februar 2021) dokumentiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.06.2021 | 12:00 Uhr

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