Stand: 03.04.2020 14:54 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Mehr häusliche Gewalt: Hannover schafft Schutzplätze

Eine Frau sitzt mit dem Rücken zur Wand und streckt eine Hand abwehrend vor dem Gesicht aus. © NDR Foto: Julius Matuschik
Wer zuhause von Gewalt betroffen ist, kann sich rund um die Uhr an die Sofortaufnahme wenden. (Themenbild)

Stadt und Region Hannover haben gemeinsam mit dem Verein Frauen helfen Frauen zusätzliche Schutzplätze für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder geschaffen. Nach Angaben der Region Hannover hat die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt "erschreckend" zugenommen, seit die Auflagen in der Corona-Krise bestehen. Daher seien 23 zusätzliche Plätze für Frauen und ihre Kinder in Not entstanden. Die Region Hannover hat dafür kurzfristig Zimmer angemietet, sie stehen den Angaben zufolge ab sofort zur Verfügung.

Rund um die Uhr erreichbar

Das Angebot ist zunächst für zwei bis drei Monate geplant. Drei Frauenhäuser unterstützen die Initiative. Die sogenannte Sofortaufnahme für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder ist rund um die Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 77 080 77 erreichbar.

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Ausmaß der Gewalt noch unklar

Isolation zuhause, geschlossene Kitas und Schulen, Angst vor einer Erkrankung und Sorge um die finanzielle Existenz - das alles sind nach Angaben der Experten Faktoren, die Gewalt gegen Frauen und Kinder verstärken und sogar erzeugen können. "Das tatsächliche Ausmaß von Gewalt gegen Frauen und Kinder in dieser Krise wird sich vermutlich erst in einigen Monaten zeigen", sagte Silke Dietrich vom Trägerverein Frauen helfen Frauen. "Trotzdem müssen wir schon jetzt unterstützen. Die Schutzplätze sind auch deshalb erforderlich, um in den Frauenhäusern zusätzlichen Raum zur Umsetzung der Abstandsregeln zu schaffen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 03.04.2020 | 13:30 Uhr

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