Stand: 12.07.2019 14:38 Uhr

1,2 Millionen Niedersachsen von Armut bedroht

In Niedersachsen sind nach Erhebungen des Landesamtes für Statistik 2017 rund 1,24 Millionen Menschen von Armut bedroht gewesen. Nach einem Rekordwert im Jahr 2016 sank die Armutsgefährdungsquote leicht auf 15,8 Prozent. Den Bericht hat am Freitag das Sozialministerium in Hannover herausgegeben. Die Schwelle zur Armutsgefährdung lag für einen Einpersonenhaushalt in Niedersachsen demnach bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 980 Euro. Würde der bundesweite Wert von 999 Euro angesetzt, läge die Quote in Niedersachsen bei 16,7 Prozent und damit einen Prozentpunkt über dem Wert von 2012. Mittel- und langfristig sei das Armutsrisiko trotz immer neuer Rekordstände bei der Erwerbstätigkeit gestiegen.

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Hohe Armutsgefahr bei jungen Niedersachsen

In Niedersachsen sind 1,2 Millionen Menschen von Armut bedroht. Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass mehr als jeder Vierte im Alter von 18 bis 24 Jahren 2018 armutsgefährdet war. extern

200.000 Kinder und Jugendliche auf Hilfen angewiesen

Besonders hoch ist die Armutsgefährdung dem Bericht zufolge in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen. Dort ist mehr als jeder Vierte armutsgefährdet. Zudem seien 206.088 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren auf Mindestsicherungsleistungen angewiesen gewesen. Die Quote lag damit in dieser Altersgruppe bei 15,5 Prozent im Vergleich zu 9,4 Prozent in der Gesamtbevölkerung. "Auch wenn die Zahlen zurückgehen, ist jedes Kind in Armut ein Kind zu viel", sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD). Um Familien aus der Armut zu holen, setze sich das Land etwa für die Einführung einer Kindergrundsicherung ein und fördere Projekte zur Teilhabe von Kindern aus Familien mit geringen Einkommen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.07.2019 | 17:00 Uhr

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