Der Mitarbeiter eines Krankenhauses behandelt einen Corona-Patienten. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jens Büttner Foto: Jens Büttner

Medizinstudenten: Corona-Hilfe als Studienleistung anerkennen

Stand: 21.12.2020 17:11 Uhr

Im Frühjahr hat Niedersachsen Freiwillige zur Krankenversorgung gesucht. Allein an der MHH meldeten sich etwa 1.000 Studierende. Sie fordern die Anerkennung dieser Hilfe als Studienleistung.

Der Studienverlauf sei durch den freiwilligen Einsatz gestört worden, eine angemessene Vorbereitung oft nicht möglich gewesen, hieß es vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Viele Studierende hätten zudem auch nach Beginn des digitalen Sommersemesters noch ausgeholfen. Diese Doppelbelastung solle nun nicht angerechnet werden. Und das, obwohl aktuell erneut nach dem Einsatz der Studenten gefragt werde, so der AStA weiter.

Studium und Krankenversorgung in Einklang bringen

"Natürlich stehen wir im Falle einer drohenden Überforderung des Gesundheitssystems erneut zur Verfügung", sagte der AStA-Vorsitzende Lennart Simon. Die Studierenden versuchten, Studium und Krankenversorgung bestmöglich in Einklang zu bringen.

Videos
Eike Schröder, Krankenpfleger auf der Intensivstation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, spiegelt sich in einer Glasscheibe. © picture alliance/dpa Foto: Frank Molter
4 Min

Corona-Prämien erreichen offenbar nicht alle Pflegekräfte

Die Intensivpflegekräfte an der MHH betreuen die besonders schweren Corona-Fälle - trotzdem gehen sie beim Bonus leer aus. (15.12.2020) 4 Min

Gesundheitsministerium nicht zuständig?

Laut Verordnung zur Abweichung von der Approbationsordnung für Ärzte könnten bei einer epidemischen Lage die Einsätze außerhalb des regulären Lehrbetriebes als Pflegepraktikum oder Famulatur angerechnet werden. Doch die Corona-Pandemie in Deutschland sei nicht mit dem Semesterstart am 20. April beendet gewesen. Im August habe das niedersächsische Gesundheitsministerium erklärt, es sei nicht zuständig, so der AStA. Das Wissenschaftsministerium habe daraufhin versichert, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Verändert habe sich für die Studierenden aber seitdem nichts, kritisiert der AStA.

Gesetzesänderung soll angestoßen werden

Neben der Forderung nach einer schnellen, flexiblen und unkomplizierten Anrechnung der geleisteten Arbeit wollen die Studierenden außerdem eine Gesetzesänderung bewirken, die es Medizinstudenten in Krisenfällen erlaubt, sich die Unterstützung in ihrem Studium anrechnen zu lassen.

Weitere Informationen
Ein Mann pipettiert in einem Labor eine blaue Flüssigkeit. © picture alliance Foto: Sebastian Gollnow

Corona-Virus: Test der MHH untersucht Antikörper

Immun oder nicht? Forscher der MHH haben einen einfachen Test zum Nachweis schützender Corona-Antikörper entwickelt. (05.11.2020) mehr

Die Beagle Hündin Djaka findet mit ihrem Geruchssinn coronapositive Proben in der Tierärztliche Hochschule Hannover. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

Können Spürhunde zwischen Corona und Grippe unterscheiden?

Forscher der TiHo Hannover wollen bis Ende des Jahres mehrere Tausend Proben erschnüffeln lassen. (26.10.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 21.12.2020 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident in Niedersachsen, trägt einen Mundschutz. © dpa picture alliance Foto: Hilal Özcan

Ministerpräsident Weil räumt Fehler in Corona-Politik ein

Obwohl es Krisen-Pläne gebe, sei Deutschland unvorbereitet in die Pandemie hineingestolpert, sagte der SPD-Politiker. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen