Stand: 18.03.2019 18:26 Uhr

Masern: 20 Schüler können Impfung nicht nachweisen

Wegen der Masernwelle im Landkreis Hildesheim haben Mitarbeiter des Gesundheitsamtes am Montag an zwei Schulen den Impfstatus von 94 Schülern und neun Mitarbeitern überprüft.

20 Hildesheimer Schüler haben am Montag keinen Impfschutz oder eine entsprechende Impf-Dokumentation gegen Masern vorweisen können. Das stellten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes bei ihrer Überprüfung an zwei Schulen fest. Drei Schüler hätten lediglich eine Impfung nachweisen können, sagte die Sprecherin des Landkreises, Birgit Wilken gegenüber NDR.de. Zwei seien für einen ausreichenden Impfschutz notwendig. Insgesamt wurden laut Wilken 94 Schüler und neun Mitarbeiter kontrolliert. "Die Schüler, die einen entsprechenden Impfschutz am Montag nicht nachweisen konnten, müssen bis Dienstag, 16 Uhr, beim Gesundheitsamt vorstellig werden", so Wilken. Wer den Impfschutz dann nicht nachweisen kann, müsse mit einem Schulbetretungsverbot bis 1. April rechnen. Unterdessen ist die Zahl der an Masern erkrankten Menschen in der Region Hildesheim nach Angaben des Landkreises auf 27 gestiegen.

Gesundheitsamt grenzt Personengruppe ein

Betroffen von der Überprüfung waren die 8. und 10. Klassen der St. Augustinus-Oberschule sowie der 10. und der 12. Jahrgang der Waldorfschule. Dass nicht alle Schüler, Lehrer und Mitarbeiter ihre Immunität gegen Masern nachweisen mussten, lag daran, dass das Gesundheitsamt durch eine intensive Recherche die Kontakte der beiden erkrankten Schüler eingrenzen konnte, sagte Sprecherin Birgit Wilken. Man könne das durchaus mit einem Bewegungsprofil vergleichen.

Landkreis appelliert an Eltern

Bei zwei Erkrankten pro Schule hätte das Gesundheitsamt anders reagiert, so Wilken. Dann spreche man von einem Masern-Ausbruch. Der Landkreis und das zuständige Gesundheitsamt setzen unterdessen auch auf die Mithilfe der Eltern. Alle Eltern von betroffenen Schülern hätten ein Informationsschreiben erhalten, sagte Landkreissprecherin Birgit Wilken. Darin werde unter anderem darüber informiert, welche Anzeichen auf eine Erkrankung hinweisen. Man sei in dieser Hinsicht auch auf die Mitarbeit der Eltern angewiesen. Diese sollten in jedem Fall die Impfpässe ihrer Kinder kontrollieren. Sollten sich die typische Symptome von Masern, wie die charakteristischen Koplik-Flecken an der Wangenschleimhaut zeigen, wäre es zu empfehlen, das Kind von einem Arzt untersuchen zu lassen. Ausdrücklich wies die Sprecherin noch einmal auf die hohe Ansteckungsgefahr hin. "Masern sind alles andere als ungefährlich, statistisch gibt es auf 1.000 Erkrankte einen Todesfall", so Wilken.

27 Masern-Fälle seit Jahresbeginn

Im Landkreis Hildesheim gibt es seit Jahresbeginn bereits nachgewiesene 27 Masern-Infektionen. Das Gesundheitsamt geht allerdings von einer höheren Anzahl von Erkrankten aus. Neben den jetzt betroffenen Schulen sind bereits die Schüler und das Personal der Oskar-Schindler-Gesamtschule und des Gymnasiums Andreanum überprüft worden. Auch dort hatte es mehrere Masernfälle gegeben. Wegen fehlender Impfungen wurden dort zahlreiche Schüler und Lehrer vorübergehend vom Unterricht ausgeschlossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 18.03.2019 | 11:30 Uhr

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