Stand: 25.09.2018 12:31 Uhr

Marktkirche: Weiter Ärger um Lüpertz-Fenster

Seit Monaten sorgt das geplante "Reformationsfenster" des Künstlers Markus Lüpertz in der Marktkirche in Hannover für Diskussionen. Nun ist das Projekt zunächst gestoppt. Ein Nachfahre des Architekten Dieter Oesterlen, der den Wiederaufbau des Gebäudes nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend geprägt hat, fordert sein Urheberrecht ein. Das würde durch den Einbau des Fensters berührt, wie Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann dem NDR sagte. Die für den Reformationstag geplante Einweihung des Fensters sei deshalb nicht möglich. "Wir hoffen aber, dass es im Jahr 2019 realisiert werden kann", sagte Kreisel-Liebermann. Das "Reformationsfenster" soll ein Geschenk von Altkanzler Gerhard Schröder werden.

Klärendes Gespräch im Oktober

Der in Japan lebende Oesterlen-Nachfahre habe bereits vor längerer Zeit seinen Einwand per E-Mail übermittelt, so Kreisel-Liebermann. In der Gemeinde habe man aber noch Hoffnung, ihn umstimmen zu können. Anfang Oktober ist laut der Marktkirchenpastorin ein klärendes Gespräch in Hannover geplant. Die Gemeinde will von dessen Verlauf abhängig machen, wie es weiter geht. Falls der Erbe nicht zustimmt, könnte die Gemeinde ein Gerichtsverfahren anstreben. Ob es so weit kommt, sei aber noch nicht absehbar, so Kreisel-Liebermann.

Denkmalschutz sorgt sich um Lichtverhältnisse

Weitere Unwägbarkeiten gibt es auch in Bezug auf den Denkmalschutz. Das kirchliche Amt für Bau- und Kunstpflege hat dem Lüpertz-Entwurf bislang nicht zugestimmt. Eine grundsätzliche Zustimmung sei zwar gegeben, so Kreisel-Liebermann, allerdings gibt es mehrere Auflagen. So gibt es Bedenken wegen möglicher Auswirkungen des geplanten Buntglasfensters auf die Lichtverhältnisse im Innenraum der Marktkirche. Die Denkmalpfleger wollen daher bei der Farbgestaltung der Scheiben Einfluss nehmen. Nach Angaben von Kreisel-Liebermann hat sich der Künstler Lüpertz gesprächsbereit erklärt. Eine weitere Auflage sei die Einlagerung der derzeitigen Fenster, die für das 13 Meter hohe "Reformationsfenster" weichen müssen. Dies sei mit relativ hohen Kosten versehen, sagte die Marktkirchenpastorin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 13.09.2018 | 14:30 Uhr

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