Stand: 22.03.2019 15:39 Uhr

Marktkirche: Lüpertz-Fenster Fall fürs Gericht?

Das sogenannte "Reformationsfenster" sorgt seit Monaten für Streit in Hannover. Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann und Kirchen-Vorstand Reinhard Scheibe wollen es einbauen lassen. Der Erbe der Urheberrechte, Georg Bissen, ist gegen den Einbau und will klagen.

Vermutlich hat kein Kunstwerk in Hannover seit der Aufstellung der Nanas im Jahr 1974 mehr für so viel Aufsehen gesorgt, wie das sogenannte Reformationsfenster, dass Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) der Marktkirche schenken will. Seit Monaten wird über den Einbau gestritten. Der Kirchen-Vorstand hatte am Mittwoch entschieden, das vom Künstler Markus Lüpertz entworfene Kirchenfenster einbauen zu lassen. Jetzt hat der Erbe der Architekten-Urheberrechte, Georg Bissen, angekündigt, gegen den Beschluss des Marktkirchen-Vorstands juristisch vorzugehen. Bissen ist der Stiefsohn von Architekt Dieter Oesterlen. Oesterlen hatte die Marktkirche, die im Zweiten Weltkrieg bei mehreren, schweren Bombenangriffen nahezu bis auf die Grundmauern zerstört wurde, zwischen 1946 und 1952 wieder aufgebaut.

Künstler Markus Lüpertz vor seinem Kunstwerk "Reformationsfenster" für die Marktkirche in Hannover.

Marktkirche: Lüpertz erklärt seinen Fensterentwurf

NDR//Aktuell -

Die Marktkirche in Hannover ist eine schlichte Schönheit. Das könnte sich durch ein bunt gestaltetes Fester des Künstlers Lüpertz bald ändern. Doch nicht jeder findet den Entwurf passend.

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Architekten-Erbe: Ist-Zustand der Kirche soll erhalten bleiben

Gegenüber dem NDR sagte der in Tokio lebende Bissen, dass die Marktkirche in ihrer Einfachheit und Geschlossenheit erhalten bleiben müsse. So habe es sein Stiefvater bestimmt. Dass nun vermutlich ein Gericht über den Einbau des Buntglasfensters entscheidet, überrascht den Kirchen-Vorstand nicht. Man sei auf einen Rechtsstreit vorbereitet, sagte Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

Der Reformator und die Fliegen

Das umstrittene rund 13 Meter hohe Fenster zeigt unter anderem den Reformator Martin Luther. Zudem werden nach der Fertigstellung mehrere schwarze Fliegen zu sehen sein, die für das Böse und die Vergänglichkeit stehen sollen. Vor allem über jene Fliegen wurde in den vergangenen Monaten in der Öffentlichkeit teils heftig diskutiert. Kosten soll das Kirchenfenster rund 150.000 Euro, die Altkanzler Gerhard Schröder aufbringen will.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 22.03.2019 | 13:30 Uhr

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