Stand: 22.02.2019 20:36 Uhr

Ernst August will gegen Sohn vor Gericht ziehen

Im Streit um die Zukunft der Marienburg scheut Ernst August senior offenbar auch eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht.

Der geplante Verkauf der Marienburg bei Pattensen (Region Hannover) hat einen heftigen Familienstreit im Hause Hannover ausgelöst. Aus dem Umfeld von Ernst August senior ist zu hören, dass er gegen seinen Sohn vor Gericht ziehen will. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Mit diesem Schritt will er offenbar endgültig den Verkauf des Welfensitzes für einen symbolischen Euro an das Land Niedersachsen verhindern. Wann und wo der Streit innerhalb des Hauses Hannover Richter beschäftigen wird, ist im Moment noch völlig unklar.

Ernst August senior sucht angeblich einvernehmliche Lösung

Die Marienburg liege Ernst August senior am Herzen, heißt es aus seinem Umfeld. Das gelte auch für den Familienfrieden. Sein Ziel sei es, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Doch eine Lösung ist dem Anschein nach nicht in Sicht. Der 64-Jährige hatte seinem Sohn 2004 deutsche Ländereien - darunter auch die Marienburg - geschenkt. Ernst August Junior steckte nach eigenen Angaben in den darauffolgenden Jahren erhebliche Summen in den Erhalt des Schlosses. Nun sei er an der Grenze des finanziell Leistbaren angelangt, sagte der Erbprinz Ende vergangenen Jahres. So begründete er den Deal mit dem Land Niedersachsen. Juristen des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur prüfen derzeit nach Aussagen einer Sprecherin die Einwände des Vaters, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Land will nicht als Schiedsrichter auftreten

Eine Berliner Anwaltskanzlei, die Ernst August senior vertritt, hatte vor einigen Wochen einen Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und an das Wissenschaftsministerium geschickt. Darin ist vom "treulosen Sohn" Ernst August Junior die Rede, von "rechtswidrigen" Verkaufsplänen und Schenkungsverträgen, die nun nicht mehr gelten sollen. Die niedersächsische Landesregierung hatte nach den Einwänden des Vaters eine Übernahme des Schlosses vorerst auf Eis gelegt. Das Land könne unmöglich als Schiedsrichter in dieser Sache auftreten, sagte Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler (CDU) im Dezember.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Niedersachsen 18.00 | 22.02.2019 | 18:00 Uhr

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