Kinder sitzen an Bänken in einem Klassenzimmer, in der Mitte steht ein Luftfilter. © NDR Foto: Torben Hildebrandt

Luftfilter im Klassenraum: Die Lösung oder doch nur Humbug?

Stand: 30.10.2020 07:09 Uhr

In Niedersachsen werden Rufe nach Luftfilter-Anlagen in Schulen lauter. Der Landeselternrat fordert den Kultusminister zum Handeln auf.

Die kleinen Geräte sind kaum hörbar. Ein Knopfdruck, und das Filtern der Luft beginnt. Die Kosten liegen pro Stück zwischen mehreren Hundert und mehreren Tausend Euro - allerdings ist der wissenschaftliche Nutzen im Kampf gegen das Coronavirus nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen umstritten.

Kritik von der GEW: Tests hätten längst laufen können

Der Landeselternrat hält die Luftfilter-Geräte für unerlässlich, wenn Niedersachsen trotz der hohen Infektionszahlen weiter am Präsenzunterricht festhalten will. Auch die Lehrergewerkschaft GEW ist vorsichtig optimistisch, dass die Filter in manchen Räumen helfen können. Von der Gewerkschaft kommt aber auch Kritik: Land und Kommunen hätten den Einsatz der Filter längst testen können, um festzulegen, welche Geräte von welchem Hersteller in welchen Räumen eingesetzt werden können.

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Die Politik reagiert bislang zurückhaltend: Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) warnt davor, sich zu viel von den Luftreinigern zu versprechen. Selbst wenn ein Gerät in der Klasse steht, muss laut Tonne weiter auch mit offenen Fenstern gelüftet werden. Der niedersächsische Städte- und Gemeindebund warnte dazu vor hohen Kosten und nutzlosen Geräten.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.10.2020 | 08:00 Uhr

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