Stand: 05.04.2019 19:02 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Lüpertz-Fenster: Oesterlen-Erbe will Einbau stoppen

Das Fenster des Künstlers Markus Lüpertz ist unter anderem wegen der großen schwarzen Fliegen umstritten. Sie stehen laut Lüpertz für das Böse und Vergänglichkeit. (Ausschnitt)

Bekommt die Marktkirche in Hannover nun das von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Geschenk angedachte "Reformationsfenster" oder nicht? Diese Frage muss jetzt womöglich ein Gericht beantworten: Der Erbe des Marktkirchen-Architekten Dieter Oesterlen, Georg Bissen, hat den Kirchenvorstand inzwischen über seinen Anwalt offiziell aufgefordert, von den Plänen zum Einbau des Fensters Abstand zu nehmen. In einem "Unterlassungsverlangen" habe er umfangreich begründet, warum der Kirchenvorstand nicht zu dem Einbau berechtigt sei, sagte Anwalt Frank Meier am Freitag. Bis Anfang Mai soll die Marktkirche nun ihren Verzicht erklären. Der Kirchen-Vorstand hatte im März entschieden, das vom Künstler Markus Lüpertz entworfene Kirchenfenster einbauen zu lassen. Daraufhin hatte Bissen bereits angekündigt, gegen den Beschluss des Marktkirchen-Vorstands juristisch vorzugehen.

Ein umstrittenes 13 Meter hohes Kunstwerk

Bissen ist der Stiefsohn von Architekt Dieter Oesterlen. Oesterlen hatte die Marktkirche, die im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, zwischen 1946 und 1952 wieder aufgebaut. Das umstrittene rund 13 Meter hohe Fenster zeigt unter anderem den Reformator Martin Luther. Zudem werden nach der Fertigstellung mehrere schwarze Fliegen zu sehen sein, die für das Böse und die Vergänglichkeit stehen sollen. Vor allem über jene Fliegen wurde in den vergangenen Monaten in der Öffentlichkeit teils heftig diskutiert. Kosten soll das Kirchenfenster rund 150.000 Euro.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 22.03.2019 | 13:30 Uhr

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