Stand: 28.06.2019 16:15 Uhr  - Aktuell

Lügde-Prozess: Verfahren gegen Stader abgetrennt

Die Anklage gegen Heiko V. aus Stade wird nun in einem eigenen Prozess verhandelt.

Im Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz in Lügde, nahe der niedersächsischen Landesgrenze, ist das Verfahren gegen einen mutmaßlichen Mittäter aus Stade abgetrennt worden. Das entschied die Vorsitzende Richterin am Freitag. Dadurch könnte in seinem Fall in drei Wochen ein Urteil gesprochen werden.

Verteidiger hofft auf Bewährungsstrafe

Der Verteidiger des 49-Jährigen hält nach eigener Aussage eine Bewährungsstrafe für realistisch. Der Angeklagte soll per Webcam zugesehen haben, wie Minderjährigen auf dem Campingplatz in Lügde schwere Gewalt angetan wurde. Teilweise soll er auch dazu angestiftet haben.

Geständnisse zum Prozessauftakt

Am Donnerstag hatte das Verfahren mit Geständnissen begonnen. Dadurch bleibt den Opfern erspart, sich im Detail zu den Taten zu äußern. Die Anklage wirft den Hauptangeklagten hundertfachen sexuellen und schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor. Zudem sollen sie ihre Opfer auf dem Campingplatz auch wiederholt vergewaltigt haben.

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Fall Lügde: Das System des Täters

20.06.2019 19:30 Uhr
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Über Jahrzehnte soll Andreas V. auf einem Campingplatz in Lügde Kinder vergewaltigt haben. Offenbar nutzte der Täter die Bedürftigkeit der Kinder aus. Video (04:46 min)

Auch Pflegetochter soll Opfer geworden sein

Der 56-jährige Hauptangeklagte Andreas V. soll zwischen Sommer 1998 und 2018 23 Mädchen teilweise schwere sexuelle Gewalt angetan haben - insgesamt fast 300 Mal. Ermittler fanden bei ihm außerdem fast 900 Bild- und Videodateien, die sexuelle Übergriffe auf Minderjährige zeigen. Eines von Andreas V.s Opfern soll seine Pflegetochter gewesen sein, die mit ihm auf dem Campingplatz gelebt hatte. Sie stammt aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont. Das Jugendamt des Landkreises steht massiv in der Kritik, weil es Hinweisen auf sexuellen Missbrauch auf dem Campingplatz nicht nachgegangen sein soll.

Angeklagte gestehen Missbrauch in Lügde

Hallo Niedersachsen -

Der Prozess um hundertfachen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde hat mit Geständnissen begonnen. Andreas V. und Mario S. drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft

Das Gericht hat für den Prozess zunächst zehn Verhandlungstage bis zum 30. August angesetzt. Andreas V. und Mario S. drohen bei einer Verurteilung bis zu 15 Jahre Haft.

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Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 28.06.2019 | 16:00 Uhr

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