Stand: 15.06.2020 20:53 Uhr

Lügde: Kooperation mit Hameln "nicht existent"

Der Untersuchungsausschuss tagt im Landtag von Nordrhein-Westfalen. © dpa-Bildfunk Foto: Federico Gambarini
Am Montag hat der Jugendamtsleiter von Lippe vor dem NRW-Untersuchungsausschuss im Missbrauchskomplex Lügde ausgesagt. Er belastet das Jugendamt Hameln schwer. (Themenbild)

Der Jugendamtsleiter des Landkreises Lippe (Nordrhein-Westfalen) hat die länderübergreifende Zusammenarbeit der Behörden kritisiert. Karl-Eitel John sagte am Montag vor dem Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags zum Missbrauchskomplex in Lügde aus. Die Kooperation mit dem Jugendamt Hameln-Pyrmont in Niedersachsen sei "schlecht bis nicht existent", so John. Das Jugendamt habe die entscheidenden Hinweise auf sexuellen Missbrauch geprüft und verworfen.

John: Hameln hätte nicht zuständig sein dürfen

John sprach sich dafür aus, dass künftig die Fallzuständigkeit immer dort liege, wo sich das Pflegekind aufhalte. Im Fall eines Pflegekindes, das vom Haupttäter Andreas V. missbraucht worden war, war das Jugendamt Hameln-Pyrmont zuständig, weil die leibliche Mutter im Landkreis wohnte. John sagte aus, dass der inzwischen verurteilte Pflegevater V. im Landkreis Lippe keine Genehmigung erhalten hätte, ein Pflegekind auf einem Campingplatz zu betreuen. In Hameln hingegen war das offenbar kein Problem. Als der Missbrauchsskandal Ende 2018 publik zu werden drohte, habe ihn der Jugendamtsleiter von Hameln-Pyrmont um eine gemeinsame Kommunikationsstrategie gebeten, so John. Das habe er aber abgelehnt.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.06.2020 | 20:00 Uhr

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