Stand: 08.08.2018 16:53 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Lehrer müssen 18.500 Stunden an fremde Schulen

Am Donnerstag geht die Schule in Niedersachsen los - und wieder fehlen Lehrer. Die Personalsituation bleibt an vielen Schulen im Land schwierig. Das räumte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Mittwoch ein. Die Konsequenz ist, dass 2.000 Lehrkräfte insgesamt 18.500 Stunden an anderen Schulen unterrichten müssen, sagte Tonne. Sie sollen nun zum Teil oder ganz an einer anderen Schule als ihrer Stammschule eingesetzt werden.

Kultusminister Tonne: "Inakzeptable Lage"

Zwar hat Niedersachsen trotz des bundesweiten Lehrermangels fast alle ausgeschriebenen Stellen besetzen können, doch es reiche nicht. Besonders an Haupt, Real-, und Oberschulen fehlten Lehrer, sagte Tonne und sprach von einer "inakzeptablen" und "anstrengenden" Lage. Das Ministerium war Tonne zufolge zunächst von einer geringeren Zahl an Abordnungen ausgegangen, doch die aktuelle Anzahl sei nötig, damit an allen Schulformen möglichst wenig Unterricht ausfalle. Vor einem halben Jahr seien es noch mehr Abordnungen gewesen.

Mit mehr Gehalt gegen den Lehrermangel?

Ein Ende aber sei noch nicht in Sicht: "Wir haben an einigen Stellen Fortschritte gemacht, aber wir haben an anderen Stellen noch Baustellen vor der Hand, die uns auch noch in den nächsten Jahren vor richtige Arbeit stellen werden", sagte der Minister. Er kündigte mehrere Punkte an, um langfristig mehr Lehrer zu gewinnen: So prüft das Land derzeit, ob Grund-, Haupt- und Realschullehrer besser bezahlt werden können. Der Abstand zu den Gymnasiallehrern kann bei mehreren hundert Euro im Monat liegen. Außerdem will Niedersachsen noch mehr auf Pensionäre setzen, die im Ruhestand stundenweise an die Schulen zurückkehren.

Kritik kommt von den Verbänden

Erst vor wenigen Tagen hatten sich die Verbände zu der Personalsituation an der Schulen in Niedersachsen geäußert: Das Ziel der Landesregierung, die Unterrichtsversorgung zu verbessern und die Abordnungen einzudämmen, sei deutlich verfehlt worden, kritisierte der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert: "Man muss für das Lehramt wieder verstärkt werben."

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Die Hand einer Lehrerin schreibt mit Kreide etwas an eine Tafel. © dpa - Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Verbände: Wieder müssen Lehrer Löcher stopfen

Das Schuljahr beginnt - und wieder fehlen Lehrer im Land. Wieder werden Gymnasiallehrer an andere Schulen abgeordnet. Lehrer-Verbände fordern mehr Anstrengungen vom Land Niedersachsen. (06.08.2018) mehr

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NDR 1 Niedersachsen | 08.08.2018 | 16:00 Uhr

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