Stand: 26.09.2018 14:37 Uhr

Lebenshilfe Hildesheim erhält Islamkreis-Moschee

Maskierte Polizeibeamte gehen vor der Moschee des Deutschsprachigen Islamkreises Hildesheim. © dpa-Bildfunk Foto: Holger Hollemann
Nach einer Razzia war der Islamkreis im März 2017 verboten worden.

Die ehemalige Moschee des verbotenen Deutschsprachigen Islamkreises (DIK) in Hildesheim gehört seit Dienstag der Lebenshilfe. Ein entsprechender Vertrag sei am Dienstag notariell beglaubigt worden, teilte die Polizei Göttingen mit. Für die Nachnutzung hatte es mehrere Bewerber gegeben. "Mit der Lebenshilfe haben wir einen Nutzer gefunden, dessen Arbeit dem gesamten Stadtteil zu Gute kommt", sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion. Die Lebenshilfe Hildesheim unterstützt Menschen mit Behinderung und setzt sich für ihre Integration ein. Sie will den Angaben zufolge zahlreiche Kultur- und Bildungsangebote schaffen. Die Räume im Erdgeschoss und Keller des Gebäudes umfassen insgesamt rund 500 Quadratmeter.

VIDEO: Moschee an Lebenshilfe verschenkt (1 Min)

Auch Attentäter Amri war in der Moschee

Der Islamkreis war im März 2017 vom Niedersächsischen Innenministerium verboten worden. Die Polizeidirektion Göttingen hatte die Räume nach dem Vereinsverbot beschlagnahmt. Der Islamkreis war unter anderem Anlaufstelle für radikale Islamisten. Auch Anis Amri, der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, hatte die Moschee besucht. Hassprediger sollen hier junge Menschen radikalisiert und zur Teilnahme am Kampf für die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien und im Irak getrieben haben. Auch der als Abu Walaa bekannte Ahmad A. hatte wiederholt in den Räumen des Hildesheimer Vereins gepredigt. Zurzeit muss er sich vor dem Oberlandesgericht Celle verantworten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 26.09.2018 | 14:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Ein Mann trägt am Kröpcke in Hannover eine Mund-Nasen-Bedeckung. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

Ein Jahr Corona in Niedersachsen: Vom ersten Fall zum Alltag

Am 29. Februar 2020 wird zum ersten Mal das damals neuartige Coronavirus in Uetze registriert. Ein Blick zurück. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen