Eine Notaufnahme-Aufschrift kennzeichnet den kommenden Bereich. © picture alliance Foto: Holger Hollemann

Landesregierung will Kliniken und Praxen enger verzahnen

Stand: 10.06.2021 15:54 Uhr

Kliniken und Praxen sollen nach dem Willen der Landesregierung in Niedersachsen künftig enger verzahnt werden, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Zudem sieht ein Konzept Spezialisierungen vor.

Der Niedersächsische Landtag hat am Donnerstag das von der Landesregierung vorgelegte Konzept zur Zukunft der niedersächsischen Krankenhauslandschaft und Gesundheitsversorgung erstmalig beraten. Die beiden dazugehörigen Anträge der Regierungsfraktionen greifen die Ergebnisse einer Enquete-Kommission des Landtags zum Gesundheitswesen auf, die nach zweijähriger Arbeit im Februar Empfehlungen vorgelegt hatte. Die Fraktionen wollen einerseits die flächendeckende Krankenhauslandschaft mit ihrer gut erreichbaren Grundversorgung erhalten, andererseits aber anspruchsvolle Behandlungen in besonders ausgestatteten und leistungsfähigen Kliniken konzentrieren.

Regionale Gesundheitszentren sollen medizinische Versorgung ergänzen

Nach den Plänen der Großen Koalition sollen die derzeit rund 170 Kliniken in Niedersachsen in drei Stufen unterteilt werden - in Grund-, Schwerpunkt- und Maximalversorger. Abseits der Ballungsräume sollen regionale Gesundheitszentren mit Haus- und Fachärzten, aber auch stationären Bereichen die Versorgung ergänzen und teils an die Stelle von Kliniken treten, die in ihrer bisherigen Form nicht mehr zukunftsfähig sind. In regionalen Versorgungsverbünden sollen Krankenhäuser aber auch bei der ambulanten Versorgung helfen, etwa dort, wo es nicht mehr genügend Arztpraxen gibt.

Reform soll strenge Strukturen auflösen

Es mache im ländlichen Raum bei immer knapper werdendem Personalangebot und steigenden Qualitätsanforderungen keinen Sinn, entweder gar keine Angebote oder doppelt vorgehaltene Angebote im Krankenhaus und im ambulanten Bereich zu haben, sagte der SPD-Abgeordnete Uwe Schwarz. Die Aufhebung starrer Versorgungsstrukturen, streng getrennt nach ambulanter und stationärer Versorgung, sei nach übereinstimmender Auffassung aller Fachleute das Schlüsselinstrument für die Sicherung einer flächendeckenden Versorgung, vor allem in den ländlichen Gebieten, so Schwarz weiter.

Kooperation mit norddeutschen Stadtstaaten und NRW geplant

Aufgebaut werden soll auch eine bundesländerübergreifende Krankenhausplanung, die vor allem mit Nordrhein-Westfalen, Bremen und Hamburg insbesondere für hoch spezialisierte Versorgungsbereiche erfolgen könnte. Verbessert werden soll außerdem die Fähigkeit der Kliniken, kurzfristig auf Krisen wie die Corona-Pandemie zu reagieren, etwa mit dem Rückgriff auf Reha-Kliniken oder stillgelegte Kliniken. Das Aufrechterhalten planbarer Operationen während einer Pandemie soll erleichtert werden.

Keine Landarztquote angedacht

Der Vorschlag der Kommission zur Einführung einer Landarztquote fand sich in den Anträgen der Regierungsfraktionen nicht wieder. Die Kommission hatte vorgeschlagen einen Teil der Medizin-Studienplätze an Bewerber zu vergeben, die sich verpflichten, später in einem unterversorgten Gebiet zu arbeiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.06.2021 | 15:00 Uhr

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