Vier vermummte Polizisten gehen an einer Blechwand vorbei. © Hannover Reporter

Landeskriminalamt zerschlägt Drogenschmuggler-Bande

Stand: 04.03.2021 15:51 Uhr

Bei einer grenzüberschreitenden Drogen-Razzia haben Ermittler unter anderem im Raum Hannover und in Celle 20 Menschen festgenommen. Das Landeskriminalamt Niedersachsen spricht von einem großen Erfolg.

Bei den Durchsuchungen fanden die mehr als 1.000 eingesetzten Beamten mehr als 100 Kilogramm Marihuana und sieben Kilogramm Kokain. Außerdem wurden Waffen - scharfe Pistolen, Langwaffen und Elektroschocker - sowie Vermögenswerte von insgesamt 1,3 Millionen Euro sichergestellt. Darunter sind laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover rund 800.000 Euro Bargeld, ein Sportboot sowie teure Autos und Oldtimer. 18 Haftbefehle seien vollstreckt und zwei weitere beantragt worden, außerdem seien in Lettland zwei Haftbefehle ausgeführt worden.

Verdeckte Ermittlungen führen zu Razzia

Am Mittwoch waren 65 Objekte zeitgleich durchsucht worden, darunter Wohnungen und Wohnhäuser, Gewerbeobjekte und Kleingärten. Außerhalb von Niedersachsen gab es Einsätze in Halle (Sachsen-Anhalt), Hamburg und Lettland. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, war es der Polizei offenbar gelungen, verdeckte Ermittler in die kriminelle Organisation einzuschleusen. Anderthalb Jahre lang konnten die Beamten einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe des LKA und des Zollfahndungsamts Hannover so die mutmaßlichen Drogenhändler ausspionieren und Beweise sammeln.

Tonnenweise Drogen aus Südeuropa eingeführt

Die Ermittler werfen den mehr als 40 Beschuldigten vor, in wechselnder Beteiligung seit mindestens 2017 tonnenweise Drogen aus Südeuropa eingeführt und in Deutschland verkauft zu haben. Neben Cannabis-Produkten hätten die Täter "in erheblichem Umfang" Kokain aus Südamerika eingeschmuggelt, hieß es. Der Kopf der Bande soll ein Mann aus Hannover sein.

LKA spricht von "großem Geschäft"

"Hier geht es nicht um Konsumentendelikte - hier geht es um die Strukturen, um die Hintermänner und das große Geschäft", sagte LKA-Präsident Friedo de Vries. Es handele sich um eine "straff konstruierte und konspirative" Tätergruppe. "Die Dimension des kriminellen Netzwerks lässt sich auch an den im Vorfeld erlassenen Haftbefehlen ablesen. Selten wurden in Niedersachsen zu einem verdeckten Verfahren schon vor Beginn der offenen Phase so viele Haftbefehle erlassen", sagte de Vries.

Pistorius: "Schlag gegen kriminelle Strukturen"

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einem "echten Erfolg im Kampf gegen die organisierte Drogenkriminalität". Nach Angaben seines Ministeriums handelten die Täter auch mit Schusswaffen. "Das Phänomen der organisierten Kriminalität ist immer eine besondere Herausforderung für unsere Sicherheitsbehörden", sagte Pistorius. Umso wichtiger sei es, dass ein weiterer empfindlicher Schlag gegen diese kriminellen Strukturen gelungen sei.

Havliza will Landgerichte verstärken

Nach Angaben von Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) laufen die Ermittlungen in dem Komplex seit September 2019. "Es geht dabei um Rauschgiftkriminalität in ganz großem Stil", betonte die CDU-Politikerin. Sie kündigte an, dass die meist mit Verfahren rund um organisierte Kriminalität befassten Strafkammern an den Landgerichten verstärkt werden sollten, 20 neue Strafrichterstellen seien dafür vorgesehen.

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Vermummte Polizisten stehen vor einem Hauseingang. © picture alliance/Nord-West-Media TV

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 03.03.2021 | 15:00 Uhr

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