Stand: 30.06.2020 15:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Landeselternrat setzt auf Homeschooling-Tag

Lernen mit anderen auf Distanz: Wenn es so gut läuft, eine echte Alternative zum Präsenzunterricht, findet der Landeselternrat. (Archivbild)

Homeschooling, Distanzlernen, Unterricht zu Hause - die Erfahrungen, wie das in den Familien klappt, laufen in der Corona-Krise beim Landeselternrat zusammen. Bei aller Kritik und Sorge - vor allem, was die Betreuung der Kinder außerhalb des Präsenzunterrichts angeht - gibt es auch Fürsprecher dieser Art des Lernens. Das hat Landeselternratsvorsitzede Cindy-Patricia Heine in den vergangenen Wochen vielfach erfahren. Das ist, neben dem Ausbau des digitalen Unterrichts, einer der Gründe, warum das Gremium Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) jetzt sogar vorschlägt, auch künftig einen Tag Homeschooling pro Woche fest zu etablieren. Dabei steht für Heine fest: Unter den teils holprigen Bedingungen der vergangenen Monate ist das Distanz-Lernen noch keine Lösung. Wenn aber die Technik vorhanden und die Präsenz der Lehrer geklärt sei, sei ein Homeschooling-Tag pro Woche eine Idee, um das digitale Lernen voranzutreiben. "Wir müssen die Konzepte für das Homeschooling neu stricken", sagt Elternvertreterin Heine.

 

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Soll Homeschooling Teil des Regel-Schulbetriebs werden?

Schule anders denken

Zuhause in Gelassenheit selbstständig arbeiten und dann zum Beispiel ein Video mit dem Gelernten in den Präsenzunterricht oder an andere Schüler spielen - solches positives Feedback gebe es auch seit der Corona-Krise, so Heine. Für manche Schüler also ein echter Gewinn - und eine Chance für alle Beteiligten, Schule anders zu denken. Wo es tatsächlich so gut funktioniert hat, hätten die Familien auch die Vorteile des veränderten Tagesablaufs genossen.

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Breitbandausbau vorantreiben

Dass das Zuhause-Lernen aber oftmals für Frust gesorgt hat, wissen Eltern und Schulen nur zu gut. Schulen und Schüler müssten mit besserer Technik ausgestattet werden, außerdem müssten Videochats und Lernplattformen stärker genutzt werden, fordert der Landeselternrat deshalb. Auch müsse der Breitbandausbau dafür unbedingt vorangetrieben werden. "Man behindert Schule sonst in der Digitalisierung", sagt Heine. "Das ist grob fahrlässig heute."

Individuelle Lösungen sind gefragt

An Orten, wo es mit der Internetverbindung noch nicht optimal ist, müsse über alternative Lernorte nachgedacht werden, findet Heine. Das könnten Theater oder andere öffentliche Räume sein. Überhaupt seien neue Lösungen gefragt, um Präsenzunterricht und Homeschooling in Zukunft zu organisieren. Andere Länder, etwa Dänemark, seien da schon viel weiter. All das komme schließlich auch der Bildungsgerchtigkeit zugute, sagt Heine. Ebenso müsse insbesondere für Grundschüler eine Möglichkeit der Betreuung während des Homeschooling gefunden werden.

"Eltern aus der Verantwortung nehmen"

Wichtigste Grundvoraussetzung für erfolgreiches Homeschooling: "Wir müssen die Eltern aus der Verantwortung nehmen", betont Heine. "Das darf so nicht sein." Stattdessen müssten die Lehrkräfte - vor allem auch die, die als Teil der Risikogruppe zuhause bleiben - präsenter sein. Und weil eben ein Teil dieser Lehrer auch nach den Sommerferien noch nicht in die Schulen zurückkehren wird, sei das Homeschooling eine echte Alternative. "Ein Regelbetreib ist ja weiterhin fragwürdig", so Heine.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.06.2020 | 12:00 Uhr

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