Stand: 13.07.2018 13:37 Uhr

Land will Anfüttern von Wölfen verbieten

Schnappschüsse von Wölfen sollen nicht unter Strafe gestellt werden - wohl aber das Anfüttern mit dem Ziel eines Fotos.

Wer sich freilebenden Wölfen nähert, um sie zu füttern und zu fotografieren, dem soll in Niedersachsen künftig ein Bußgeld drohen. Das Umweltministerium plant dazu eine entsprechende Verordnung. Wie Sprecherin Sabine Schlemmer-Kaune dem NDR bestätigte, könnte diese noch in diesem Jahr verabschiedet werden. Zuerst hatte die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (Freitag) über die Pläne des Ministeriums berichtet.

Ministerium: Es geht um die Kombination

Nach Angaben der Sprecherin geht es um die Kombination aus Anfüttern und Fotografieren. Konkret zielt die Verordnung demnach auf Menschen, die systematisch Futter auslegen, um Wölfe anzulocken und dann zu fotografieren. Das Ministerium will diese Vorgehensweise untersagen, "damit die Tiere ihre natürliche Scheu vor dem Menschen behalten", so die Sprecherin. Als Beispiel gilt etwa der Fall "Kurti" im Jahr 2015: Der Wolf hatte sich mehrmals Menschen bis auf wenige Meter genährt und wurde daraufhin als "Sicherheitsrisiko" eingeordnet undabgeschossen. Das Umweltministerium vermutete, dass "Kurti" als Jungtier von Menschen gefüttert und dadurch die Scheu verlor.

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Keine Strafe für Schnappschüsse

Um einen Einzelfall handelt es sich dabei offenbar nicht. Naturschutzbehörden berichteten immer wieder über Menschen, die Futter verwenden, um Wölfe fotografieren oder sogar berühren zu können, hieß es. Diese Menschen sollen künftig zur Kasse gebeten werden. Wer dagegen zufällig einem Wolf begegnet und dann die Kamera zückt, müsse dagegen keine Strafe fürchten, sagte die Sprecherin.

Bußgeld soll "schmerzlich" sein

Wie die Verordnung in die Praxis umgesetzt wird und wie hoch das Bußgeld für nachgewiesenes Fehlverhalten ausfällt, steht noch nicht fest. Klar sei aber, dass das Strafmaß so gestaltet wird, "dass es schmerzlich ist", sagte die Sprecherin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 13.07.2018 | 07:30 Uhr

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