Stand: 17.08.2020 09:38 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Laatzen: Weiterer Badetoter in Niedersachsen

Auf dem Angelteich in Laatzen suchen die Feuerwehr und Taucher nach einem Vermissten. © Stadtfeuerwehr Laatzen/dpa Foto: Gerald Senft
Einsatzkräfte entdeckten den vermissten Schwimmer in einem Angelteich in Laatzen.

Die Serie der tödlichen Badeunfälle in Niedersachsen reißt nicht ab. Nach einer groß angelegten Suchaktion haben Rettungskräfte am Sonnabend einen vermissten 32-Jährigen tot aus einem Angelteich in Laatzen (Region Hannover) geborgen. Wie ein Sprecher der Feuerwehr mitteilte, hatten Leichenspürhunde zuvor von einem Boot aus an der Stelle angeschlagen, wo sich der Mann unter Wasser befand. Der Kriminalpolizei Hannover stellte den Leichnam sicher und leitete ein Todesermittlungsverfahren ein.

Suche mit Drohne und Rettungshubschrauber

Rund 100 Einsatzkräfte - darunter zehn Taucher - hatten seit dem Vormittag mit einem Großaufgebot nach dem Vermissten gesucht. Sie wurden von einer Drohne und einem Rettungshubschrauber unterstützt. Der Mann war am frühen Morgen mit zwei Arbeitskollegen im Alter von 19 und 44 Jahre baden gegangen und plötzlich verschwunden. Die Männer sollen nach Angaben der Polizei zuvor Alkohol konsumiert haben. Gegen 8.15 Uhr riefen Zeugen die Rettungskräfte zu dem Teich südlich der Bundesstraße 443 in Laatzen.

Teich nicht zum Baden freigegeben

Wie die Feuerwehr berichtete, hätten Mitglieder eines Angelvereins am Morgen die beiden aufgeregten Freunde des Vermissten in dem Teich schwimmend angetroffen. Aufgrund einer Sprachbarriere dauerte es einige Zeit, bis klar war, dass der Dritte möglicherweise untergegangen war. "Die Meldung war sehr diffus. Nach Verständigungsschwierigkeiten wurde die Rettungskette in Gang gesetzt", sagte ein Feuerwehrsprecher. Er appellierte, nicht in derartige Teiche zu steigen. "Ich kann nur jedem raten, nicht an ungeschützen Stellen, die nicht von der DLRG überwacht werden, baden zu gehen - und schon gar nicht in Angelteichen, die nicht freigegeben sind." Der Teich sei bis zu fünf Meter tief und von Schlingpflanzen durchzogen.

Sechsjähriger Junge ertrinkt im Idasee

Am Freitagabend war ein Sechsjähriger im Landkreis Leer ertrunken. Der Junge war unbemerkt im Idasee bei Ostrhauderfehn untergegangen. Die Mutter vermutete ihn in der Umgebung. Taucher bargen den leblosen Körper nach rund eineinhalbstündiger Suche. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Ebenfalls am Freitag war ein 26-Jähriger tot aus der Weser geborgen worden. Der junge Mann war am Dienstag beim Baden verschwunden und war seitdem vermisst worden.

Weitere Informationen
Ein Notarztwagen © colourbox

Ostrhauderfehn: Sechsjähriger ertrinkt im Idasee

Im Landkreis Leer ist am Freitagabend ein sechsjähriger Junge ertrunken. Das Kind war im Idasee bei Ostrhauderfehn untergegangen. Ein Taucher barg den leblosen Körper. mehr

Ein Boot der DLRG in Berne (Landkreis Wesermarsch) auf der Weser. © NonstopNews

Weser: Leiche von vermisstem Schwimmer gefunden

Ein seit Dienstag in der Weser vermisster Schwimmer ist tot. Die Feuerwehr barg den Leichnam des 26-Jährigen am Freitag bei Barke. In letzter Zeit gab es mehrere tödliche Badeunfälle. mehr

Ein Taucher ist hinter einem Boot der DLRG im Wasser. © Nordwestmedia-TV

Sechs Menschen sterben bei Badeunfällen

In Niedersachsen und Bremen sind am Wochenende fünf Menschen in Badeseen ertrunken und ein weiterer in der Elbe. Wegen Corona ist an den Seen in diesem Sommer besonders viel los. mehr

DLRG-Rettungsschwimmer im Einsatz mit einem Schlauchboot auf der Ostsee. © dpa - Report Foto: Jens Büttner

DLRG: Zahl der Ertrunkenen im Norden gesunken

2019 sind in Norddeutschland weniger Menschen ertrunken als im Vorjahr. Laut DLRG starben 111 Menschen - mehr als die Hälfte von ihnen ertrank in Flüssen, Seen und Teichen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.08.2020 | 13:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Die Aufschrift "Oberlandesgericht Generalstaatsanwaltschaft Nds. Anwaltsgerichtshof" steht vor dem Eingang des Oberlandesgerichts. © dpa-Bildfunk Foto: Silas Stein/dpa

Celle: Ermittlungen gegen 94-jährigen Ex-KZ-Wächter

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat die Ermittlungen gegen einen 94-jährigen früheren KZ-Wachmann übernommen. Dem Mann wird mögliche Beihilfe zum Mord an Gefangenen vorgeworfen. mehr

Auf einem Schild steht "Landgericht Hannover", darunter ein Pfeil. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

Diebstahl in Kliniken - Bande vor Gericht

Nach dem Diebstahl mehrerer teurer Geräte aus Kliniken in Niedersachsen stehen nun fünf Verdächtige vor Gericht. Sie sollen für Taten in Hannover und Braunschweig verantwortlich sein. mehr

Arzt im blauen Kittel setzt eine Spritze mit Impfstoff an den Arm eines Patienten © picture alliance / dpa Foto: Caroline Seidel

Grippeimpfung: Mehr Impfdosen verfügbar

In Niedersachsen startet die Grippeimpfung, zunächt sind 1,4 Millionen Impfdosen verfügbar. Wegen der Corona-Pandemie sei die Impfung in diesem Jahr besonders sinnvoll, so die Behörden. mehr

Der Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Elze: Wolfgang Schurmann © Wolfgang Schurmann Foto: Wolfgang Schurmann

Elze: Wolfgang Schurmann ist neuer Bürgermeister

Fast drei Monate nach dem eigentlichen Wahltermin hat Elze einen neuen Bürgermeister gewählt. Wolfgang Schurmann erhielt im ersten Wahlgang 52,67 Prozent der Stimmen. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen