Das Gebäude des niedersächsischen Landeskriminalamt steht am Waterlooplatz in Hannover. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

LKA will Kampf gegen neue Art von Drogen verfeinern

Stand: 10.01.2021 12:57 Uhr

Die Polizei will die Fahndung nach synthetischen Drogen künftig ausweiten. Mit neuen Methoden untersucht das Landeskriminalamt (LKA) auch Blut auf neue sogenannte psychoaktive Substanzen.

Dazu werde eine Datenbank aufgebaut, in die Substanzen einfließen, die den Ermittlern bekannt sind, sagte Christian Vidal, Dezernatsleiter Chemie beim LKA in Hannover. Das Besondere: Das LKA bekommt nicht nur sichergestellte Stoffe zur Analyse eingesandt, sondern auch Blutproben - etwa von Verkehrskontrollen. "Das ist einzigartig", sagte Projektleiterin Lena-Maria Mehling.

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Treffer meist im Straßenverkehr

"Nur dadurch, dass wir den Zusammenhang schaffen können zwischen beschlagnahmten Stoffen und dem regionalen Konsum, konnten wir unsere Methode so anpassen, dass wir sehen, was hier in der Region vor sich geht", so Mehling weiter. Treffer habe es bisher hauptsächlich bei Straßenverkehrsdelikten, aber auch im Fall einer Todesermittlung gegeben.

"Legal Highs" - was ist das?

Neue psychoaktive Substanzen sind den Angaben zufolge seit ungefähr 2008 bekannt. Es handelt sich dabei um Stoffe wie "Spice" oder "Herbal Ecstasy", die etwa als Kräutermischungen angeboten werden. Die Mischungen enthalten Stoffe, die abhängig machen und bei Konsumenten erhebliche gesundheitliche Schäden anrichten können. Zwar sind einige Stoffe, die in sogenannten Legal Highs enthalten sind, nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten - die Hersteller aber ändern ständig ihre Mischungen, sodass immer wieder neue Stoffe entstehen, die vom Betäubungsmittelgesetz noch nicht erfasst sind.

Dieses Thema im Programm:

27.10.2020 | 21:15 Uhr

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