Ein rotes Schild mit dem Piktogramm eines Lastenrades steht auf einem gesperrten Parkplatz in Hannover inmitten zahlreicher Schilder mit weiteren Piktogrammen. © Hauke-Christian Dittrich Foto: dpa-Bildfunk

Kunst statt Autos: Hannover erprobt neues Innenstadt-Konzept

Stand: 05.07.2021 19:17 Uhr

Hannover hat mehrere Straßen im Zentrum vorübergehend für Autos gesperrt - und will so einen Dialog über Innenstadt-Konzepte anstoßen. In den Fußgängerzonen auf Zeit gibt es verschiedene Aktionen.

Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) eröffnete am Montag den ersten "Experimentierraum" rund um die zentrale Marktkirche. Insgesamt soll es vier dieser Experimentierräume in der Innenstadt geben: frei gewordene Flächen, auf denen unter dem Motto "Hannover Mit(te) Gestalten" erprobt werden soll, wie ein autofreies Zentrum aussehen könnte.

Museumsmobil und Pop-up-Jugendzentrum

Den Besucherinnen und Besuchern werden auf den Experimentierräumen Angebote wie Sport, Kunst oder Mitmachaktionen gemacht. Ziel sei es, "gemeinsam mit den Hannoveranern und Hannoveranerinnen Ideen für eine moderne City zu entwickeln", sagte Onay. Mit einem Museumsmobil werde die Stadtgeschichte auf öffentliche Plätze geholt. Auch ein Pop-up-Jugendzentrum ist den Angaben zufolge Teil des Programms. "Skaten, Beachtennis oder Klettern. Wir probieren aus, was gemeinsam in der Stadt besonders gut funktioniert", so der Oberbürgermeister.

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Politik streitet heftig

Die Aktion hatte bereits im Vorfeld Diskussionen ausgelöst. In der regierenden Ampelkoalition war ein heftiger Streit entbrannt, erst in der vergangenen Woche einigten sich die Politiker auf einen Kompromiss. SPD und FDP hatten Onay unter anderem vorgeworfen, sie nicht genug in die Pläne einbezogen zu haben.

Sperrung der Raschplatz-Hochstraße sorgt für lange Staus

Zumal parallel zu der Aktion an einer weiteren Stelle in der Innenstadt seit Ende vergangener Woche kein Durchkommen mehr ist. Eine mehrspurige Hochstraße hinter dem Hauptbahnhof ist für den Verkehr gesperrt - dort startet Ende der Woche ein Theaterfestival. Mit den ersten Sperrungen brach sofort auch der Verkehr zusammen. Autofahrerinnen und Autofahrer standen in der Innenstadt zeitweise stundenlang im Stau.

Ausbau der Velorouten als weiterer Baustein

Eine Karte zeigt das geplante Velorouten-Netz für Hannover. © Landeshauptstadt Hannover
Die Stadt will für den Ausbau des Radwege-Netzes rund zehn Millionen Euro in die Hand nehmen. (Archiv)

Der Grünen-Politiker Onay war vor rund zwei Jahren mit dem Ziel in den Oberbürgermeister-Wahlkampf gezogen, die Innenstadt der Landeshauptstadt bis 2030 autofrei zu machen. Auf dem Weg dahin soll unter anderem das Radwege-Netz ausgebaut werden. Insgesamt sind zwölf sogenannte Velorouten geplant, die die einzelnen Stadtteile mit dem Zentrum verbinden - und so den Bürgerinnen und Bürgern den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichtern sollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 05.07.2021 | 15:00 Uhr

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