Ein Kind sitzt vor einem Laptop und einem Handy und schreibt auf der Tastatur. © photocase Foto: 2Design

Kinderpornografie: Mehr Verfahren gegen Minderjährige

Stand: 26.10.2020 15:57 Uhr

Wegen der Verbreitung von Kinderpornografie, etwa in WhatsApp-Gruppen, geraten Kinder und Jugendliche in Niedersachsen immer häufiger als Tatverdächtige ins Visier der Ermittler.

Wie das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen berichtet, waren 2019 in 1.040 von insgesamt 2.517 bekannt gewordenen Fällen Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren tatverdächtig. Ein Jahr zuvor waren es bei insgesamt 1.444 Fällen 392 gewesen.

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Kultur des Hinsehens entstanden?

Aktuell führe vor allem die Verbreitung über WhatsApp-Gruppen zu einer Vielzahl von Verfahren, sagte eine LKA-Sprecherin. Ihr zufolge deutet viel darauf hin, dass die Schulen bei dem Thema eine Kultur des Hinsehens entwickelt haben und diese Straftaten zur Anzeige bringen. Im Jahr 2017 sei etwa eine "Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer, FAQ: Rund um Smartphone, Tablet, PC und Internet" herausgegeben und darin auch auf die Pflicht zur Anzeigeerstattung hingewiesen worden.

Mehr Smartphones führen zu mehr Fällen

Wie aus der Statistik hervorgeht, stieg die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren bundesweit um 125 Prozent auf 7.584 Fälle. 2018 waren es noch 3.316 registrierte Tatverdächtige. Den Anstieg führen die Ermittler auch auf die zunehmende Verbreitung von Smartphones unter Kindern und Jugendlichen zurück. Oft bekämen Schüler solche Bilder in WhatsApp-Chats, manchmal seien es Fotos von gleichaltrigen Freunden oder der Freundin - oder Selfies wie das "Dickpic" genannte Penisfoto, hieß es etwa vom bayerischen LKA.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.10.2020 | 16:00 Uhr

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