Stand: 19.07.2019 17:49 Uhr

Keine Exzellenz-Unis: Niedersachsen geht leer aus

Die Leibniz Universität Hannover ist keine Elite-Uni, aber die Verantwortlichen sind optimistisch für die nächste Vergaberunde.

Die niedersächsischen Hochschulen sind im Wettbewerb um den Titel als Exzellenz-Universität leer ausgegangen. Beworben hatten sich aus der Region die Leibniz Universität und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) als Verbund "Leibniz Alliance" sowie die TU Braunschweig. Ein Gremium aus Wissenschaft und Politik um Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) gab die elf Gewinner am Freitag in Bonn bekannt. 17 Hochschulen und zwei Verbünde waren nach einem dreijährigen Auswahlprozess noch im Rennen gewesen.

Thümler ist trotz Misserfolgs zufrieden

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) zeigte sich mit dem Abschneiden des Landes trotz der Enttäuschung am Freitag zufrieden. Die Überraschung, dass gleich drei niedersächsische Hochschulen bis zum Schluss im Wettbewerb vertreten waren, sei groß gewesen, teilte sein Ministerium mit. MHH-Präsident Michael P. Manns sagte, schon die Auszeichnung mit vier Exzellenzclustern im vergangenen Jahr sei ein "Riesenschritt nach vorn" für den Standort: "Der Titel wäre das Sahnehäubchen gewesen."

TU Braunschweig wähnt sich bei Oscarverleihung

Sein Amtskollege von der Leibniz-Uni, Volker Epping, richtete den Blick nach vorn: "In die Phalanx eindringen können wir beim nächsten Mal, wenn 15 Unis gefördert werden." Die nächste Exzellenz-Auswahl beginnt in sieben Jahren. Die Präsidentin der TU Braunschweig, Anke Kaysser-Pyzalla, sagte, schon mit der Bewerbung habe die TU eine neue Ebene erreicht - vergleichbar mit einer Oscar-Nominierung in der Filmbranche. Studentenvertretungen aus Freiburg, Heidelberg und Tübingen, aber auch aus Hannover und Braunschweig hatten die Konkurrenz der Hochschulen um das Fördergeld in einem offenen Brief kritisiert.

Bis zu 28 Millionen Euro jährlich

Doch unabhängig von der Kritik bringt die Auszeichnung für die Gewinner viel Geld: jeweils 10 bis 28 Millionen Euro jährlich. Drei Viertel davon zahlt der Bund, ein Viertel das Bundesland, in dem die Uni ihren Sitz hat. Die Förderung beginnt am 1. November und läuft für mindestens sieben Jahre. Ausgewählt wurden:

- die Rheinisch-Westfälische Technische Universität Aachen
- der Berliner Verbund aus Freier Universität, Humboldt-Universität und Technischer Universität
- die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- die Technische Universität Dresden
- die Universität Hamburg
- die Universität Heidelberg
- das Karlsruher Institut für Technologie
- die Universität Konstanz
- die Ludwig-Maximilians-Universität München
- die Technische Universität München und
- die Eberhard Karls Universität Tübingen.

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Hallo Niedersachsen | 19.07.2019 | 19:30 Uhr