Stand: 18.11.2019 14:40 Uhr

Kassen müssen Entfernen von Beinhaaren nicht zahlen

Versichertenkarten verschiedener deutscher Krankenkassen. © dpa Foto: Oliver Berg
Auch bei Jugendlichen müssen Krankenkassen nicht für eine Laser-Epilation aufkommen. (Themenbild)

Krankenkassen müssen auch bei Jugendlichen nicht die Kosten für eine dauerhafte Entfernung von Beinhaaren per Laser übernehmen. Das hat das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle entschieden. Die Richter wiesen damit die Klage von zwei Geschwistern aus Niedersachsen ab, die nach eigenen Angaben unter ausgeprägtem Haarwuchs leiden.

Klägerin in psychotherapeutischer Behandlung

Der 16-jährige Junge und seine 17-jährige Schwester hatten mit Unterstützung des Hausarztes bei ihrer Krankenkasse eine sogenannte Laser-Epilation beantragt. Die Krankenkasse lehnte jedoch die Haarentfernung von Körperteilen ab, die mit normaler Kleidung bedeckt werden können. Nur eine Enthaarung von Gesicht und Händen könne im Einzelfall bezahlt werden. Die Jugendlichen argumentierten, dass sie stark unter ihrem Aussehen leiden würden. Die Schwester befinde sich deshalb sogar in psychotherapeutischer Behandlung. Außerdem könne beim Schulsport und beim Schwimmen nicht auf lange Kleidung verwiesen werden.

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Leistungen verbindlich festgelegt

Das Landessozialgericht folgte mit seinem Urteil der Rechtsauffassung der Krankenkasse. Laut dem Gerichtsurteil gehört eine Laserbehandlung zum Entfernen von Beinhaaren nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Umfang der von den Krankenkassen geschuldeten Leistungen sei in Richtlinien verbindlich festgelegt und auch für die Gerichte bindend. Vor diesem Hintergrund habe das Gericht die Frage offenlassen können, ob eine starke Beinbehaarung als Krankheit im Rechtssinne anzusehen sei.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 18.11.2019 | 17:00 Uhr

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