Stand: 27.08.2017 16:43 Uhr

Jobs in Moskau: Schröder-Köpf verteidigt Ex-Mann

Die engen Kontakte nach Russland des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder sind höchst umstritten. Die jüngste Entwicklung: Schröder will in den Aufsichtsrat des staatlichen Ölkonzerns Rosneft - der ist wegen der Annexion der Krim mit EU-Sanktionen belegt. Die aktuelle Hoffnung von Schröders Partei SPD, Kanzlerkandidat Martin Schulz, hat sich von dem Vorhaben bereits distanziert. Er würde das nicht tun, so Schulz. Nun aber erhält der frühere Bundeskanzler Unterstützung von eher unerwarteter Seite: Seine geschiedene Frau verteidigt ihn bei Facebook.

Schröder-Köpf lobt Erfolge des Altkanzlers

In ihrem Eintrag betont die Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf, wie wichtig ein gutes Verhältnis zwischen Deutschland und Russland sei. "Eine nur konfrontative Politik muss scheitern", schreibt die SPD-Politikerin. Ihr früherer Mann habe in seiner Zeit als Bundeskanzler im Hinblick auf Russland große Erfolge verbuchen können, die dann aber anschließend durch die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zunichte gemacht worden seien. 2005, schreibt Schröder-Köpf, sei die Chance auf dauerhaften Frieden zum Greifen nah gewesen. "Nach 2005 erfolgte auch auf diesem Feld ein politischer Temperatursturz. Gerhard Schröder hat das mit Entsetzen zur Kenntnis genommen."

"Unzerstörbares Band zwischen Deutschen und Russen"

Schröder-Köpf steht offensichtlich unverändert hinter der Politik Gerhard Schröders, unabhängig von der Entwicklung ihres privaten Verhältnisses. "Ich denke, er arbeitet mit seinen heutigen Möglichkeiten an dem weiter, was er 1998 begonnen hat: einem guten und unzerstörbaren Band zwischen Deutschen und Russen", schreibt sie.

Am Mittwoch will Gerhard Schröder in Rotenburg/Wümme auftreten, um den Wahlkampf der SPD zu unterstützen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder | 16.08.2017 | 18:00 Uhr

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