Stand: 28.12.2017 14:22 Uhr

Jetzt doch: "Eilparteitag" der AfD in Hannover

von Carsten Wagner
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Der niedersächsische AfD-Chef Hampel hat erneut zum Landesparteitag eingeladen. (Archivbild)

Nach einigem Hin und Her kommt es bei der Alternative für Deutschland nun wohl doch so, wie es ursprünglich geplant war: Die niedersächsische AfD wird am 13. und 14. Januar einen Landesparteitag abhalten. Die nun erfolgte Einladung an die Mitglieder liegt dem NDR vor. Der Landesvorsitzende Armin-Paul Hampel schreibt darin: "Wir haben einen Weg gefunden, wie wir doch am 13./14. Januar unseren Parteitag in Hannover Misburg abhalten können. Wir laden nunmehr zu einem Eilparteitag am obigen Datum und Ort ein." Ohne weiteren internen Streit geht es aber auch diesmal nicht.

Zwei Einladungen, zwei Orte, derselbe Termin

Ein kurzer Rückblick: Der Parteitag schien, obwohl längst beschlossen, im Dezember plötzlich auf der Kippe zu stehen. Der Grund: Hampel und seine Gegner im Landesvorstand hatten zum selben Termin an unterschiedliche Orte geladen. Während die Hampel-Gegner die Mitglieder nach Hannover baten, wollte Hampel den Parteitag in Gieboldehausen im Eichsfeld abhalten. Weil der dortige Veranstalter aber wegen Sicherheitsbedenken zurückzog, sagte Hampel den Parteitag gleich ganz ab. Seine Gegner aber hielten an ihrer Einladung nach Hannover fest. Das Einladungs-Chaos in Niedersachsen war auch Thema im AfD-Bundesvorstand.

Hampel-Gegner protestieren: "Sie sind ja schon eingeladen"

Umgehend haben nun Hampels parteiinterne Widersacher um den Vize-Vorsitzenden Jörn König auf die Einladung zum "Eilparteitag" reagiert und ebenfalls an die Mitglieder geschrieben. Die Einladung sei satzungswidrig allein von Hampel unterzeichnet. Dessen Gegner verweisen abermals auf ihre eigene Einladung nach Hannover-Misburg. "Ein bereits eingeladener ordentlicher Parteitag kann nicht durch einen Eilparteitag am selben Tag und Ort ersetzt werden", heißt es in der "Mitgliederinformation". Und weiter: "Es fehlt an der Eilbedürftigkeit, denn Sie sind ja schon eingeladen."

Dem Vorsitzenden droht die Abwahl

Immerhin: Die Mitglieder können nun wohl fest mit dem Termin am 13./14. Januar planen. Wer sich von wem eingeladen fühlt, muss dann jeder für sich selbst entscheiden. Für Hampel bedeutet der anstehende Parteitag, dass er um den Vorsitz bangen muss. Zwar sehe die Tagesordnung keine Neuwahl des Landesvorstands vor, schreibt er, es gebe aber bereits mehrere Abwahlanträge. Eine solche Abwahl benötigt eine Zwei-Drittel-Mehrheit der anwesenden Mitglieder. Einen Rücktritt lehnt Hampel bislang ab, vielmehr wirbt er in seiner Einladung um die Unterstützung durch die Mitglieder.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 14.12.2017 | 18:00 Uhr

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