Stand: 02.09.2016 20:00 Uhr

Intersexueller Vanja reicht Verfassungsklage ein

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Die Richter des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe werden über die Klage der intersexuellen Vanja aus der Region Hannover entscheiden. (Themenbild)

Eine Gruppe um den aus der Region Hannover stammenden intersexuellen Vanja hat am Freitag in Karlsruhe Verfassungsklage eingereicht und damit den Kampf für die Einführung eines dritten Geschlechts fortgesetzt. Der 1989 geborene Vanja wurde im Geburtsregister als weiblich eingetragen. Er will erreichen, dass eine dritte Variante wie "inter" oder "divers" eingeführt wird. Intersexuelle kommen weder eindeutig als Mann noch als Frau zur Welt. Das deutsche Recht sieht für die schätzungsweise 80.000 Betroffenen keinen passenden Geschlechtseintrag vor.

Mehrere Instanzen lehnen Antrag ab

Vanja war zuletzt vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gescheitert. Seit November 2013 ist es möglich, das Geschlecht eines Babys offen zu lassen, wenn eine eindeutige Zuordnung nicht möglich ist. Der BGH sieht innerhalb der bestehenden gesetzlichen Regelungen aber keine Möglichkeit dazu, heißt es zur Begründung. Zuvor hatten bereits das Oberlandesgericht Celle und das Amtsgericht Hannover den Antrag abgelehnt.

Gruppe um Vanja reicht BGH-Entscheidung nicht

Vanjas Unterstützern reicht die Entscheidung des BGH jedoch nicht aus: Eine Leerstelle sei nicht das Gleiche. Die Klage muss nun entsprechend geprüft werden.

Intersexuell: Ein drittes Geschlecht

Menschen, die sich außerhalb der beiden Geschlechter einordnen, drängen mit der Unterstützerkampagne "Dritte Option" auf die Einführung eines dritten Geschlechts. Gewöhnlich lässt sich das Geschlecht eines Menschen über gewisse Merkmale bestimmen. Dazu gehören Chromosomen, Hormone, Keimdrüsen und äußere Geschlechtsorgane. Intersexuelle Menschen kommen zwischen den Geschlechtern zur Welt. Bei ihnen lassen sich die Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig zuordnen.

Weitere Informationen

Weder Mann noch Frau: Wenn Kategorien versagen

Vanja ist 25 Jahre alt und intersexuell - mit Anteilen beider Geschlechter. Im Ausweis steht aber "weiblich", das deutsche Recht erkennt diese Identität nicht an. Noch nicht? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 02.09.2016 | 09:30 Uhr

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