Ein Mastschwein steht in seinem Stall. © picture alliance/Andreas Arnold/dpa Foto: Andreas Arnold

Hunderte Schweine verendet - Grüne fordern Maßnahmen

Stand: 18.09.2021 11:03 Uhr

Die Grünen im Niedersächsischen Landtag fordern Aufklärung über den Fund Hunderter toter Schweine. Sie wollen daher eine Unterrichtung im Agrarausschuss beantragen.

Dabei soll geklärt werden, welche Konsequenzen die Landesregierung aus diesen Vorkommnissen zieht, teilte die Fraktion mit. Es gehe unter anderem um die Situation der Schweinehalter und das Höfesterben. "Agrarministerin Otte-Kinast hat tatenlos zugesehen, wie die Schweinebranche in den Ruin treibt. Wir brauchen jetzt konkrete Maßnahmen zur geordneten Verringerung der Schweinebestände statt ein ruinöses Höfesterben", sagte die agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Miriam Staudte. Die Tierhalter würden nicht an ihren Tieren verdienen, sondern draufzahlen müssen. Dies führe unweigerlich zu Tierschutzproblemen.

Corona, Schweinepest und Preisverfall

Corona, Afrikanische Schweinepest und Preiskämpfe machten den Landwirten zu schaffen. Viele Veranstaltungen sind Corona-bedingt ausgefallen, zahlreiche asiatische Abnehmerländer haben Handelsbeschränkungen für deutsches Schweinefleisch als Reaktion auf die Virusinfektion erlassen. "Es war allen Beteiligten klar, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Afrikanische Schweinepest in Deutschland ankommen wird und der Export schlagartig zusammenbricht", kritisierte Staudte Landesagrarministerin Barbara Otte-Kinast und Bundesagrarministerin Julia Klöckner (beide CDU).

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.09.2021 | 12:00 Uhr

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