Ein Obdachloser im Winter. © picture-alliance / dpa Foto: Andreas Arnold

Hannover plant neue Notunterkunft für bis zu 250 Obdachlose

Stand: 05.11.2020 14:55 Uhr

Die Stadt Hannover will eine neue Notunterkunft mit Schlafplätzen für bis 250 Obdachlose errichten. Gegen den Bau der dann wohl mit Abstand größten Einrichtung der Landeshauptstadt regt sich Kritik.

Der Obdachlosen-Unterstützer-Verein "Die Stimme der Ungehörten" warnte vor einer Massenunterkunft, die möglicherweise nicht würdevoll für die Menschen sei. Der Vorsitzende Reinhold Fahlbusch kritisierte gegenüber NDR 1 Niedersachsen, dass die im Stadtteil Bornum geplante Unterkunft dezentral und somit nicht gut zu erreichen sei. Auch die CDU-Ratsfraktion bemängelt dies. Bereits im Sommer hatte der Bezirksrat Ricklingen das Projekt einstimmig abgelehnt. Anwohner hatten dort zuvor kritisiert, dass es in der Nachbarschaft schon mehrere soziale Brennpunkte gibt - etwa das Gebiet rund um den Canarisweg im Stadtteil Mühlenberg.

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Andere Unterkunft Mitte Oktober geschlossen

Der Bauauschuss des Rates hat bereits grünes Licht gegeben. Die neue Notunterkunft soll in einem Gewerbegebiet auf dem Gelände und in den Gebäuden einer früheren Solarfirma eingerichtet werden. Wann das Haus öffnet, steht noch nicht fest. Mitte Oktober hatte die Stadt Hannover die Notunterkunft Naturfreundehaus geschlossen. Der Zeitpunkt, ausgerechnet zu Beginn der kalten Jahreszeit und mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie, sorgte für heftige Kritik von Sozialverbänden. Empört zeigte sich die SPD: Die Partei- und Fraktionsspitze warf der Verwaltung in einem Schreiben an alle Mitglieder einen "Akt von sozialer Kälte" vor, wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" berichtete.

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Aktuell | 05.11.2020 | 17:00 Uhr

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