Einsatzkräfte der Polizei sichern einen Tatort an einer Kreuzung © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Hannover: Mutmaßlicher Schütze weiter auf der Flucht

Stand: 05.06.2021 13:12 Uhr

Am Donnerstag knallte ein Schuss auf einer viel befahrenen Kreuzung in Hannover, ein Mann starb. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Schützen dauert an.

Kathrin Söfker von der Staatsanwaltschaft Hannover spricht vor einer Kamera. © NDR
Kathrin Söfker, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, erwartet die Obduktionsergebnisse Anfang der kommenden Woche.

Bislang ist nicht abschließend geklärt, wie genau das 30-jährige Opfer ums Leben gekommen ist. Laut Kathrin Söfker, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, werden die Obduktionsergebnisse Anfang der Woche erwartet. "Ich habe aber keinen Zweifel, dass der Mann aufgrund des Schusses gestorben ist", sagte Söfker am Sonnabend dem NDR in Niedersachsen. Ob bei der Auseinandersetzung auf der Kreuzung mehrere Schüsse gefallen seien, könne sie nicht sagen. "Darüber habe ich bislang keine Erkenntnis."

Anwalt: Gesuchter will sich stellen

Eine überraschende Wendung nahm die Geschichte am Freitagabend. Ein Anwalt aus Hannover soll gegenüber der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) angekündigt haben, dass sich der Gesuchte stellen wolle. Dieser halte sich derzeit an einem sicheren Ort auf. Wann sich der Mann stellen wolle, sei offen. "Er hat Angst vor der Familie des Opfers, fühlte sich bereits lange vor dem Vorfall am Donnerstag von ihnen bedroht", so der Anwalt laut HAZ. Staatsanwältin Söfker sagte gegenüber dem NDR, dass sich bisher nach ihrem Erkenntnisstand niemand gestellt habe. Die Ankündigung des Anwalts "kommentiere ich nicht", sagte sie.

SEK stürmt Wohnung in Langenhagen

Nach den Schüssen am Donnerstagmittag hatten Fahnder und Beamte eines Spezialeinsatzkommandos am Abend eine Wohnung in Langenhagen (Region Hannover) gestürmt - den angeblichen Wohnsitz des Verdächtigen. Dort trafen sie aber weder den Mann noch dessen Familie, Medienberichten zufolge hat er eine Frau und ein Kind, an. "Ich möchte zu der Identität im Hinblick auf die laufende Fahndung nichts sagen", sagte Söfker. Die Fragen, in welchem Verhältnis mutmaßlicher Täter und Todesopfer standen und ob es Rotlicht- oder Drogen-Hintergründe gebe, seien "Gegenstand laufender Ermittlungen".

30-Jähriger stirbt auf der Straße

Zu der Tat war es am Donnerstag gegen 13.30 Uhr auf der Ampelkreuzung Arndtstraße/Weidendamm in der Innenstadt gekommen. Der Flüchtige soll infolge einer Auseinandersetzung, bei der beide Fahrzeuge beschädigt wurden, einen Schuss auf den 30-Jährigen und dessen 51 Jahre alten Beifahrer abgeben haben. Daraufhin beschleunigte der Wagen und prallte wenige Meter entfernt gegen den Mast eines Verkehrsschildes. Trotz Wiederbelebungsversuchen durch den Rettungsdienst starb der Mann auf der Straße. Der Gesuchte hat das Fahrzeug zurückgelassen und war zu Fuß geflüchtet.

Opfer tötete vor vier Jahren einen 25-Jährigen

Bei dem Opfer handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen polizeibekannten 30 Jahre alten Mann. Gegen ihn wurde vor vier Jahren wegen Totschlags ermittelt. Während einer Auseinandersetzung in Bahnhofsnähe hatte er einen 25 Jahre alten Widersacher erschossen und sich danach gestellt. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen den Mann damals ein, weil die Ermittler von Notwehr ausgingen, so die Sprecherin. Der Mann bekam eine Bewährungsstrafe, weil er gegen das Waffengesetz verstoßen hatte. Die Staatsanwaltschaft hat bislang keine Hinweise, ob die damalige Tat mit der Tötung des 30-Jährigen zusammenhängt. Für so etwas wie Rache sehe sie bislang keine Anhaltspunkte, sagte die Sprecherin.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.06.2021 | 15:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Eine Hotelanlage auf Kreta. © TUI Deutschland Foto: Grecotel

TUI nimmt 541 Millionen Euro aus Hotelverkäufen ein

Bis 2023 kommen weitere 130 Millionen Euro hinzu. Damit will das Unternehmen aus Hannover Corona-Schulden abbezahlen. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen