Stand: 01.09.2020 12:29 Uhr

Hannover: Mordfall nach 25 Jahren offenbar gelöst

Symbolbild Polizei, Wagen und Uniformierter © dpa
Die Polizei hat einen Verdächtigen in einem Mordfall von 1995 ermittelt. (Themenbild)

25 Jahre nach dem Mord an einem Fernfahrer in Hannover haben die Ermittler einen Verdächtigen identifiziert. Für eine Anklage würden die Beweise gegen den 56-Jährigen allerdings nicht ausreichen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die Beamten der vor eineinhalb Jahren gegründeten Cold-Case-Einheit waren dem Mann durch neue wissenschaftliche Methoden und Zeugenbefragungen auf die Spur gekommen.

Verdächtiger in Türkei abgeschoben

Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen 56-jährigen Türken handeln, der 1995 wegen eines Doppelmords in Braunschweig verurteilt wurde. Der Mann wurde nach seiner Haftentlassung 2018 in die Türkei abgeschoben und mit einer Wiedereinreisesperre belegt. Für die Hinterbliebenen des Ermordeten seien die Erkenntnisse trotz fehlender Anklageerhebung wichtig, betonten Polizei und Staatsanwaltschaft. Sie seien erleichtert, nunmehr mit der jahrelangen Ungewissheit abschließen zu können, so die Ermittler.

Opfer auf Speditionsgelände erschossen

Der 57 Jahre alte Lkw-Fahrer war im Februar 1995 auf dem Gelände einer Spedition im Stadtteil Misburg erschossen worden. Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass er den Täter dort bei einem Diebstahl ertappte und daraufhin von ihm getötet wurde. Die Cold-Case-Ermittler hatten sich den zweieinhalb Jahrzehnte lang ungeklärten Fall Anfang 2019 noch einmal vorgenommen. Anfang 2020 wurde eine Belohnung von 3.000 Euro für Hinweise ausgesetzt. Mehrere Zeugen aus der damaligen Zeit wurden erneut vernommen.

Weitere Informationen
Im Vordergrund ist das Blaulicht eines Einsatzfahrzeuges der Polizei zu sehen, im Hintergrund Einsatzkräfte der Polizei auf enier Baustelle in Hannover. © TeleNewsNetwork

Hannover: Polizei rollt ungeklärten Mord auf

Vor 25 Jahren wird ein Lastwagenfahrer in Hannover von Unbekannten erschossen. Nun rollt die Polizei den Fall erneut auf. Eine Cold-Case-Einheit ermittelt. mehr

Ein Justizbeamter schließt dem Angeklagten Handschellen auf in einem Saal vom Landgericht. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

341 "Cold Cases" beschäftigen die Ermittler

341 "Cold Cases" gibt es derzeit in Niedersachsen. Mit der Aufklärung beschäftigen sich vier Polizei-Einheiten. Oft sorgen neue Kriminaltechniken für den späten Ermittlungserfolg. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.09.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus der Region

Die Beagle Hündin Djaka findet mit ihrem Geruchssinn coronapositive Proben in der Tierärztliche Hochschule Hannover. © dpa-Bildfunk Foto: Peter Steffen

Können Spürhunde zwischen Corona und Grippe unterscheiden?

Forscher der TiHo Hannover wollen bis Ende des Jahres mehrere Tausend Proben erschnüffeln lassen. mehr

Eine Mutter bringt an einer Straßenbahnstation ihre Tochter zur Schule. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg

Unterrichtsstart in Risikogebieten ohne größere Probleme

In mehreren Landkreisen gibt es eine Maskenpflicht im Unterricht. In Delmenhorst darf nur die Hälfte der Klassen kommen. mehr

Ein Kind sitzt vor einem Laptop und einem Handy und schreibt auf der Tastatur. © photocase Foto: 2Design

Kinderpornografie: Mehr Verfahren gegen Minderjährige

Nach Angaben des Landeskriminalamtes Niedersachsen waren 2019 in 1.040 Fällen die Tatverdächtigen unter 18 Jahre alt. mehr

Christopher Emden, Stephan Bothe, Jens Kestner und Nicolas Lehrke nehmen an einer Pressekonferenz der AfD Niedersachsen teil. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg

AfD: Mit Plakatwagen und Flyern gegen Corona-Maßnahmen

AfD-Landesvorsitzender Jens Kestner hält die Beschränkungen für überzogen. Seine Partei spricht von Panikmache. mehr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen